Der neue Bundestrainer Henning Lambertz sieht in der mangelhaften Athletik einen Hauptgrund für die fehlende Konkurrenzfähigkeit der deutschen Schwimmer.

"Wir glauben ja manchmal, uns seien schon 20 Liegestütze zu viel, um am nächsten Tag gut schwimmen zu können. Das ist Mist. Wir müssen härter zu uns selbst sein", sagte Lambertz der "Welt".

Viele Athleten würden "sicherlich nicht hart genug trainieren", bemängelte der 42-Jährige, der diese Kritik auch auf sich als bisheriger Essener Bundesstützpunkttrainer bezog: "Ich habe einen Thomas Rupprath früher härter trainiert, als ich das heute bei meinen Athleten mache. Das ist ein schleichender Prozess gewesen."

Neben einem härteren Training wolle er dem Team aber auch wieder verstärkt die Freude am Schwimmen vermitteln.

"Wir haben in den vergangenen Jahren wenig gelacht und nicht besonders viel Spaß gehabt. Wir hatten auch nicht besonders viel Grund dazu", sagte Lambertz.

Auch deshalb entschärfte der Bundestrainer die WM-Qualifikationskriterien im Rahmen der DM in Berlin (bis 28. April).

"Wir hatten zum Teil die härtesten Normen der Welt - und haben unsere Athleten damit ausgequetscht. Das war ja das Frustrierende: Dass unsere Leute in London ständig langsamer als bei den deutschen Meisterschaften geschwommen sind", sagte Lambertz der "Süddeutschen Zeitung".

Durch die deutlich entschärften Normen für die WM in Barcelona (19. Juli bis 4. August) und die zeitliche Vorverlegung der Qualifikation könnten die Athleten nun durch einen neuen Formaufbau beim Saisonhöhepunkt Bestleistungen zeigen, so die Hoffnung des 42-Jährigen, der auch in anderen Bereichen Veränderungen herbeiführen will.

"Wenn wir den Brei, den wir in den letzten Jahren angerührt haben, einfach so lassen würden, nur rechtsrum rühren statt linksrum, dann wird er trotzdem genauso schmecken", sagte Lambertz.

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