Trotz des Rücktritts von Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen sieht Präsidentin Christa Thiel den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) für die Zukunft gerüstet.

"Natürlich hätten wir es gerne gesehen, wenn Britta bis zur Europameisterschaft im nächsten Jahr in Berlin weitermacht. Man kann eine Athletin aber nicht zwingen, wenn sie andere Pläne hat. Ihre Entscheidung wirft uns nicht um", sagte Thiel.

Und weiter: "Der DSV hat immer wieder Ausnahme-Talente hervorgebracht. Zwar nicht so viele, aber es gab einen Michael Groß, eine Franziska van Almsick, eine Britta Steffen."

Bundestrainer Henning Lambertz sieht das am vergangenen Freitag verkündete Karriereende von Britta Steffen nicht ganz so gelassen.

Sportlich betrachtet sei das "ein harter Einschnitt", sagte Lambertz und meinte: "Unsere Medaillenvorgabe dürfen wir jetzt gleich um ein, zwei Medaillen reduzieren."

Man dürfe nicht so tun, "als hätten wir 20 Britta Steffens in Deutschland. Wir haben nur eine davon."

Allerdings war auch Steffen bei Olympia 2012 und bei den Weltmeisterschaften 2011 in Shanghai und 2013 in Barcelona in ihren Einzelrennen leer ausgegangen.

Als Zugpferd für die öffentliche Wahrnehmung wird die 29-Jährige dem deutschen Schwimmsport wohl mehr fehlen.

Doch auch hier gab Thiel leichte Entwarnung: Die Verhandlungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern über einen Fernsehvertrag für das Jahr 2014 stünden kurz vor dem Abschluss.

"Das steht auf dem Papier und ist so gut wie durch", sagte Thiel.

Die DSV-Präsidentin, die nach Unstimmigkeiten in der Vergangenheit inzwischen ein gutes Verhältnis zu Steffen pflegt, wurde persönlich von der Weltrekordlerin angerufen und informiert.

"Ich bin nicht aus allen Wolken gefallen und habe auch nicht versucht, sie zu überreden", sagte die DOSB-Vizepräsidentin und erklärte: "Ich respektiere ihre Entscheidung total. Sie hat ihr Leben sehr lange nach dem Hochleistungssport gerichtet und dem deutschen Schwimmen viel gegeben."

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