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Alinghi (v.) und BMW Oracle können sich nicht über einen geeigneten Standort einigen © getty

Die beiden Syndikate Alinghi und BMW-Oracle können sich nicht über einen geeigneten Austragungsort für den America's Cup einigen.

Hamburg/New York - Die geplante Austragung im Persischen Golf ist geplatzt, die Fronten sind weiter verhärtet und ein Ende der Rechtsstreitigkeiten scheint nicht abzusehen:

Nach einem neuen Urteil des Obersten Gerichtshofes von New York steht die Zukunft des America's Cup mehr denn je in den Sternen.

Ob Modus, Regeln oder Austragungsort - bei keiner grundsätzlichen Frage besteht zwischen Herausforderer BMW-Oracle und Titelverteidiger Alinghi Einigkeit.

Über zwei Jahre dauern die Scharmützel über die künftige Gestaltung des Cups nun an.

Niederlage vor Gericht für Alinghi

Das jüngste juristische Duell ging an BMW-Oracle. Laut Richterin Shirley Kornreich darf der für den kommenden Februar geplante 33. Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt nicht wie von Alinghi festgelegt im Emirat Ras al-Chaima stattfinden.

Die Suche nach dem Schauplatz für den sportlichen Vergleich zwischen den Amerikanern und den Schweizern beginnt also von vorn.

Kornreich berief sich bei ihrem Urteil auf die Stiftungsurkunde des Cups (Deed of Gift), die für Wettfahrten im europäischen Winterhalbjahr einen Austragungsort auf der südlichen Hemisphäre vorschreibt.

Alinghi sah sich nach einem Urteil von Kornreichs Richterkollegen Herman Cahn, der im Mai festgelegt hatte, dass der Schauplatz Valencia oder jeder andere von den Eidgenossen gewählte Ort sein könne, nicht an die Stiftungsurkunde gebunden.

Bereits acht Klagen von BMW-Oracle

Mit ihrer Entscheidung wiedersprach Kornreich dieser Einschätzung und gab BMW-Oracle bei deren insgesamt siebter Klage Recht.

Die achte Klage haben die Amerikaner jedoch bereits auf den Weg gebracht. Hierbei fordert das US-Syndikat New Yorks Obersten Gerichtshof auf, den Alinghi vertretenden Yachtklub Societe Nautique de Geneve (SNG) durch einen neutralen Treuhänder zu ersetzen.

Die Schweizer haben derweil die Möglichkeit, gegen das Urteil zur siebten Klage Berufung einzulegen. Was bleibt, sind Stillstand auf dem Wasser und Klagewellen im Gerichtssaal.

Glanz verblasst

Den einstigen Glanz hat der America's Cup, der noch 2007 seine bisher erfolgreichste Auflage erlebt hatte, längst verloren. Ein gleichwertiger sportlicher Ersatz ist dennoch nicht in Sicht.

Selbst den Stars der Szene wie dem dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann bleibt nur, die Zeit bis zu einer Einigung zwischen den zerstrittenen Parteien möglichst zielgerichtet zu überbrücken.

Schümann segelt ab kommendem Monat mit einem deutsch-französischen Syndikat in Nizza und sieht sein Engagement als Vorbereitung auf eine mögliche Rückkehr in den Cup-Zirkus.

Bis der 33. Cup entschieden und die Regeln für die 34. Auflage der Veranstaltung aufgestellt werden, ist jedoch Hunderten von Profiseglern der Weg in die einst so renommierte Formel 1 des Segelsport versperrt.

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