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BMW Oracle wurde im Jahr 2000 von Larry Ellison gegründet © getty

Zum Auftakt fügt der Herausforderer dem Cupverteidiger eine ganz empfindliche Niederlage zu. Nur anfangs hofft Alinghi.

Valencia - BMW Oracle Racing steuert dem Gewinn des 33. America's Cup entgegen.

Der Herausforderer aus San Francisco holte sich im Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt zum Auftakt mit deutlicher Überlegenheit den Sieg und fügte dem Schweizer Cupverteidiger Alinghi in Valencia eine bittere Niederlage zu.

Das US-Segelteam von Software-Tycoon Larry Ellison hatte im Ziel einen Vorsprung von mehr als einer Viertelstunde.

Mit einem zweiten Sieg am Sonntag könnten die Amerikaner bereits den Gewinn des America's Cup perfekt machen.

"Hässliche Silberkanne" wohl in die USA

Die Überlegenheit des Dreirumpfbootes "USA", das mit einem 68 Meter hohen Flügelmast statt mit herkömmlichen Segeln ausgestattet ist, war über weite Strecken drückend.

Fast zu jeder Zeit segelte die "Wunderwaffe" der Konstrukteure unter Mitwirkung von BMW-Technikern schneller als der gleichgroße, rund 27 Meter lange Katamaran aus der Feder des Hamburger Yachtdesigners Rolf Vrolijk.

Nach den America s Cup-Finals 2003 und 2007, die die Eidgenossen gegen Neuseeland dominierten, spricht nun alles dafür, dass die "hässliche Silberkanne" in die USA wandert. Letztmals hatte 1992 ein amerikanisches Team triumphiert.

Ersehnter Startschuss

Nach zweieinhalb Jahren unsäglicher Streitereien mit neun Gerichtsverfahren, vier Tagen Verspätung wegen unpassender Windverhältnisse und einer weiteren Verzögerung von viereinhalb Stunden fiel bei leichter südlicher Brise um 14.35 Uhr der lang ersehnte Startschuss.

Bis dahin hatte es allerdings schon die beiden dramatischsten Szenen der ansonsten einseitigen Wettfahrt gegeben.

Zunächst gefährdete Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli am Steuer die vorfahrtberechtigten Gegner in der Vorstartphase und kassierte von den Schiedsrichtern prompt eine Bestrafung (360-Grad-Drehung).

Danach lagen die beiden Giganten zur See, die mehrere hundert Millionen Euro gekostet hatten, minutenlang nebeneiner hinter der Startlinie, als der australische Steuermann James Spithill bei BMW Oracle seinen einzigen Fehler machte.

"Da hat er wohl geschlafen"

Während Alinghi zur Startlinie abdrehte, blieb der Trimaran manövrierunfähig auf der Stelle liegen. "Da hat er wohl geschlafen", meinte Coach Peter Lester, "aber die Aufholjagd war beeindruckend."

Knapp eineinhalb Minuten oder 660 Meter hinter den Schweizern ging die "USA" auf den 40 Seemeilen (74 Kilometer) langen Kurs, der nach der Stiftungsurkunde des Cups nur aus je einer Strecke gegen und mit dem Wind bestand.

Dort erreichten die Mehrrumpfboote die dreifache Windgeschwindigkeit von bis zu 28 Knoten (mehr als 50 km/h). Es dauerte keine 15 Minuten, ehe BMW Oracle Racing erstmals die Führung übernahm und nie wieder abgab.

Alinghi chancenlos

Der Vorsprung schmolz nur noch einmal auf 136 Meter, betrug im Ziel aber mehr als 3,5 Kilometer. Das sind Welten im America s Cup.

Zu allem Überfluss patzte Alinghi auch noch bei der Bereinigung seiner Strafe und verlor im chancenlosen Rennen unnötig weitere fünf Minuten.

Ob der Cup-Verteidiger noch einen Trumpf im Ärmel hat und ausgleichen kann, erscheint angesichts der klaren Unterlegenheit im ersten Rennen als unwahrscheinlich.

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