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BMW-Oracle (oben) besiegte Alinghi beim America's Cup mit 2:0 © BMW Oracle © intern

Nach einem langen Weg durch die Instanzen und kurzem Prozess auf dem Wasser soll der America's Cup wieder ein sportlicher Wettkampf werden.

Valencia - Nach einem langen Weg durch die Rechtsinstanzen und kurzem Prozess auf dem Wasser soll der America's Cup in Zukunft wieder ein sportlicher Wettkampf ohne juristische Geplänkel werden.

Zumindest in diesem Punkt waren sich der siegreiche Herausforderer BMW Oracle (USA) und der entthronte Cupverteidiger Alinghi (Schweiz) nach der 33. Auflage des traditionsreichen Segel-Wettstreits einig.

"Jetzt ist es an BMW Oracle, den Wettbewerb wieder in die rechte Bahn zu lenken. Ich hoffe, sie machen ihre Sache gut", sagte der unterlegene Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli, der sich einen letzten Seitenhieb auf den Kontahenten nicht verkneifen konnte:

Langer Rechtsstreit

"Wir haben alles getan, was wir konnten und sind erst vor die Gerichte gezogen, als wir dazu gezwungen wurden", so der 44 Jahre alte italienisch-schweizerische Milliardär in Anspielung auf den langen Rechtsstreit zwischen beiden Syndikaten.

Sein Gegenüber Larry Ellison wollte darauf zwar nicht direkt antworten, stellte aber zumindest einen fairen Wettbewerb für die nächste Auflage der Prestige-Veranstaltung in Aussicht:

"Es wird ein faires Spielfeld für alle geben"

"Es wird ein faires Spielfeld für alle Teilnehmer geben", sagte der 65 Jahre alte Software-Mogul aus New York und sah sich nach zweieinhalbjähriger Auseinandersetzung als Sieger auf ganzer Linie:

"Das Einzige, was wir immer wollten, war ein faires Rennen gegen Alinghi auf dem Wasser - und das haben wir letztlich bekommen und gewonnen."

Bertarelli, der die älteste Sporttrophäe der Welt nach sieben Jahren wieder abgeben musste, ließ derweil offen, ob er erneut im Americas's Cup antreten wird.

Stolzer Ellison

"Ich habe über die Zukunft dieses Rennens nicht mehr mitzubestimmen. Wir werden abwarten, was nun passiert und wohin uns die Zukunft bringt." In den beiden Rennen der Best-of-three-Serie vor Valencia hatten die Schweizer jedenfalls nicht viel zu bestellen.

Dank der überlegenen Technologie setzte sich BMW Oracle am Ende klar mit 2:0 durch und gewann dabei nach der ersten Wettfahrt am Freitag auch das zweite Rennen am Sonntag mit großem Vorsprung.

"Ich bin stolz darauf, den Cup nach so vielen Jahren wieder nach Hause bringen zu können", erklärte Ellison als erster US-Sieger seit 1992 (America3).

Weiterer Gerichtstermin am 25. Februar?

Zuvor hatten die Schweizer und die US-Amerikaner um fast alles gestritten, was auf die Agenda geraten konnte: Modus, Regeln, Teilnehmerfeld, Austragungsort, Bootstypen, Herausforderer-Rechte.

Die New Yorker Richter Shirley Kornreich und Herman Cahn erreichten dabei zeitweise mehr Berühmtheit als die Segler selbst.

Und ganz zu Ende ist der Streit offiziell immer noch nicht: Am 25. Februar soll das Gericht eigentlich über eine Klage von Ellison zur Herkunft des Alinghi-Segels entscheiden.

Allerdings hofft Bertarelli nach seiner Niederlage auf ein Einlenken: Ellison solle die Klage zurückziehen - "die Sache ist doch nun anders entschieden worden".

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