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Die deutsche Segler gehen optimistisch in die Weltmeisterschaften
Die olympischen Segelwettbewerbe finden vor Quindao statt © getty

Algenplage, Fäkalien, Chemikalien. Für das DSV-Team wird das Olympia-Training vor Quindao zum Alptraum. Die Angst vor Krankeiten geht um.

Qingdao - Segel-Ass Ulrike Schümann schluckt schon seit sechs Monaten Hefe-Tabletten, um den Darm resistenter zu machen und die Gefahr einer massiven Durchfall-Erkrankung zu verringern.

Das olympische Segel-Revier vor Quindao ist Grund vieler Diskussionen

Viele deutsche Teamkollegen haben sich vorsorglich gegen Hepatitis A und B impfen lassen. Manche trauen sich auf dem Wasser des Olympia-Reviers im Boot nicht einmal, den Mund aufzumachen - aus Angst vor Spritzern des verseuchten Wassers.

Denn ein Alptraum wurde für die deutschen Segler bei den Trainingsfahrten wahr. Ein Kanalrohr war geplatzt. Und die gesamten Fäkalien schwammen oben.

Vivien Kussatz, Vorschoterin der 470er-Crew, erklärte der Münchner "tz": "Wir haben uns geweigert, weiter zu trainieren. Alle haben Angst vor schlimmen Krankheiten. Wir sind noch nie in einem Revier gesegelt, das so dreckig ist."

"Habe keine Lust auf Durchfall"

Petra Niemann sitzt im Laser-Boot. Die 29-Jährige ist gelernte Apothekerin: "Wenn nicht Olympia wäre, wären wir alle sicherlich nicht hier."

Ulrike Schümann: "Gott bewahre, dass einer von uns ins Wasser fällt. Ich habe keine Lust auf drei Tage Durchfall."

Chemikalien gegen die Fäkalien

Die chinesischen Organisatoren kämpfen den Kampf gegen Windmühlenflügel. Erst mussten sie sich mit der Algen-Pest herumschlagen, jetzt mit dem Ekelwasser.

Deshalb schütten sie Chemikalien ins Meer, um unter anderem die Gefahr durch Fäkalien zu vermindern. Der Unrat fließt an der Stelle der Bucht ungefiltert ins Meer.

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