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Nicht nur auf dem Wasser Streithähne: die Teams von Alinghi (l.) und BMW-Oracle (r.) © getty

Alinghi-Boss Bertarelli ist weiterhin um eine Annäherung mit BMW-Oracle bemüht und hofft auf den nächsten America's-Cup 2010.

München - Syndikats-Chef Ernesto Bertarelli von Titelverteidiger Alinghi hofft weiter auf eine Austragung des 33. America's Cup im Jahr 2010 und hat angesichts des weiterhin andauernden Rechtstreits mit der US-Kampagne BMW-Oracle-Racing eigene Fehler eingestanden.

Zudem unterstrich der Multi-Milliardär, die Kosten des nächsten Cups für jedes Team senken zu wollen.

"Wenn wir bis 2011 warten, bleibt den Teams zu viel Zeit, um Geld auszugeben. Die geplante Vorgehensweise sieht so aus: Planung und Ausarbeitung der neuen Boote in der erste Hälfte 2009, Bau in der zweiten Hälfte, Tests und Training Anfang 2010 und dann der Wettkampf", sagte Bertarelli in einem Interview mit der "Schweizer Sportinformation".

"Juristische Ungewissheit"

Trotz der juristischen Auseinandersetzung mit BMW-Oracle, in der es um die Regularien und den Modus für den 33. Cup geht, hält Bertarelli seine Pläne für umsetzbar. "Es ist durchaus machbar, auch wenn die juristische Ungewissheit verhindert, dass wir mit dem Bau der Boote beginnen."

Man müsse von dem Rechtsstreit wegkommen, forderte der Unternehmer und hat die Hoffnung, dass sich BMW-Oracle aus dem Rechtsstreit zurückzieht, noch nicht aufgegeben.

Wenn er sich mit US-Syndikats-Chef Larry Ellison treffe, sei man sich einig. Wenn dieser aber mit BMW-Oracle-Geschäftsführer Russell Coutts oder Kampagnen-Berater Tom Ehman Rücksprache halte, rudere Ellison stets zurück, meinte Bertarelli.

Coutts war 2004 im Streit von Alinghi geschieden. Spekulationen zufolge soll sich der Neuseeländer mit seiner Verweigerungshaltung nun an Bertarelli rächen wollen.

Schreiben an BMW-Oracle

Zuletzt hatten die Schweizer und elf Herausforderer, darunter auch eine deutsche Abordnung mit Jochen Schümann an der Spitze, BMW-Oracle in einem Schreiben zum Einlenken aufgefordert.

Die Amerikaner hielten sich jedoch bedeckt. Indem Bertarelli nun eigene Fehler eingestand, machte er einen weiteren Schritt in Richtung der US-Kampagne.

So hätte man sich nach dem Cup 2007 "zwei Wochen Ferien gönnen" sollen und erst dann das Protokoll für die 33. Auflage der Veranstaltung vorlegen sollen.

"Fehler in der Kommunikation"

"Das zweite Versäumnis war ein Fehler in der Kommunikation. Wir waren müde und haben das Dossier auf den Tisch gelegt, ohne Erklärung, arrogant", sagte Bertarelli. Dies sei ein fruchtbarer Boden für BMW-Oracle gewesen.

"Der Enthusiasmus des Cups, der große Magnetwirkung besitzt, besteht immer noch. Es ist einfach nötig, dass wir unsere Ansprüche im nächsten Protokoll reduzieren", betonte Bertarelli.

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