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Erst vier verschiedene Länder haben den America's Cup gewonnen © getty

Das spektakulärste Segelrennen aller Zeiten hat gerade erst seinen 34. Sieger gefunden, da richtet sich der Blick schon auf 2016.

Hamburg - Spannung, Speed, Spektakel: Der Thriller um den 34. America's Cup vor San Francisco hat weltweit für Aufsehen gesorgt und damit gleichzeitig Begehrlichkeiten geweckt.

Zwei Tage nach dem grandiosen Comeback-Sieg von US-Titelverteidiger Oracle Racing richten sich die Blicke bereits auf die 35. Ausgabe des Kampfes um die älteste Sporttrophäe der Welt.

Trotz Kosten in Millionenhöhe reifen in Deutschland und Großbritannien Träume von einer Teilnahme.

Mit Kim Schmitz zum Sieg?

Zudem will ein dubioser Internet-Unternehmer aus Kiel die nächste Kampagne von Finalteilnehmer New Zealand finanzieren.

Der mehrfach verurteilte Kim Dotcom plant, sich zum Retter der empfindlich geschlagenen Crew um Skipper Dean Barker aufzuschwingen.

"Premierminister John Key sagt, es gibt keine weitere Förderung für das Team New Zealand? Ich sage: Mega (Internet-Plattform von Dotcom, d. Red.) wird Sponsor, und wir gewinnen das nächste Mal", twitterte der in Norddeutschland geborene Geschäftsmann, der eigentlich Kim Schmitz heißt.

US-Team mit Heimrecht

Schmitz lebt in Neuseeland und kennt die Segelleidenschaft der Kiwis. In der abgelaufenen Kampagne wurden die Herausforderer mit 30 Millionen US-Dollar vom Staat unterstützt.

Die Regierung um Key hatte dies damit begründet, dass die Austragung des für 2016 geplanten Cups dem Land einen wirtschaftlichen Aufschwung beschert hätte.

Nach der Niederlage der Kiwis haben die Amerikaner nun erneut Heimrecht - und die Finanzierung des Rivalen ist unklar.

Großbritannien hat die Talente

Doch nicht nur Dotcom ist angefixt. SHOP: Jetzt Segel-Artikel kaufen

Auch Oracle-Taktiker Sir Ben Ainslie, der einen großen Anteil an der wundersamen Auferstehung des Titelverteidigers hatte, will mehr.

Der Brite, 2012 in London zum vierten Mal mit Gold bei Sommerspielen dekoriert, wünscht sich für den nächsten Cup eine Kampagne unter der Flagge des Union Jack.

"Von den Designern bis zu den Seglern hat Großbritannien die Talente", sagte Ainslie: "Wir haben den Cup 1851 als Erster ausgetragen und seitdem nicht mehr. Es ist also an der Zeit, das zu ändern."

Ainsle als Matchwinner

Am 22. August 1851 hatte der US-Schoner "America" vor der Isle of Wight die erste Austragung gewonnen.

Nach dem ersten Siegerboot wurde der Wettbewerb, der zunächst "100 Sovereigns Cup" hieß, später benannt. Am vergangenen Mittwoch hatte die Oracle den America's Cup nach einem zwischenzeitlichen 1:8-Rückstand noch mit 9:8 gewonnen.

Ainsle war erst beim Stande von 1:6 von Oracle-Chef Larry Ellison aufs Boot geschickt worden.

Mehr Teilnehmer erwünscht

Bilder, die auch den zweimaligen Cup-Sieger Jochen Schümann beeindruckten.

"Es wäre gut, wenn Deutschland sich im Segelsport so weit entwickeln würde, dass es ein wettbewerbsfähiges America's-Cup-Team auf die Beine stellen kann", sagte der 59-Jährige.

Eine deutsche Kampagne ist aber wohl nur möglich, wenn Veranstalter Ellison seine angekündigten Reformen in die Tat umsetzt.

"Es ist kein Geheimnis, dass die Boote teuer sind und dass wir sehr gerne nächstes Mal mehr Länder dabei hätten", sagte der Software-Milliardär, der Oracle einen Etat von mehr als 200 Millionen Dollar ermöglicht haben soll: "Wir müssen sehen, wie wir es hinkriegen, dass die Boote so spektakulär bleiben, aber mehr Teams dabei sind."

Olympia-Hoffnung Buhl will mehr

Das Team von All In Racing hat sich bereits in Stellung gebracht.

"Es ist definitiv unser Ziel, ein deutsches Team beim America's Cup an den Start zu bringen - mit einem deutschen Steuermann und mit deutschen Seglern in Schlüsselpositionen", sagte Teamsprecher Till Behrend zuletzt.

Die Crew um die Olympia-Hoffnungen Philipp Buhl und Erik Heil hatte am Youth America's Cup in San Francisco teilgenommen.

Doch der Nachwuchswettbewerb ist den talentierten Seglern nicht mehr genug.

Beim nächsten Spektakel wollen sie dabei sein.

[kaltura id="0_tg8x6ku0" class="full_size" title="Team Oracle gelingt Sensationssieg"]

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