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Beim 32. America's-Cup vergangenes Jahr siegte Alinghi gegen das Team New Zealand © getty

Die Zukunft des Team Germany steht in den Sternen. Alinghi und Herausforderer BMW-Oracle segeln den 33. America's Cup aus.

Hamburg - Die Zukunft des deutschen Segel-Syndikats Team Germany hängt mehr denn je am seidenen Faden.

"Wenn man die Fakten nimmt, haben wir momentan den Herausforderer BMW-Oracle und den Titelverteidiger Alinghi. Diese beiden segeln den 33. America's Cup aus. Für uns heißt das, dass wir beim nächsten Cup nicht dabei sein werden", sagte der deutsche Kampagnen-Chef Michael Scheeren am Freitag.

Am Vorabend hatte das New Yorker Berufungsgericht dem US-Team BMW-Oracle-Racing im Streit mit der Schweizer Alinghi um die Zukunft der Veranstaltung in letzter Instanz Recht gegeben.

Sieg vor Gericht

Die Amerikaner hatten die Regelgestaltung der Alinghi für die 33. Cup-Auflage und vor allem die Ernennung des spanischen Yachtklubs Nautico Espanol de Vela (CNEV) zum Vertreter der Herausforderer kritisiert.

Das Gericht entsprach den Ansichten von BMW-Oracle mit 6:0 Richterstimmen. Damit übernimmt das US-Team nun selbst die Rolle des Herausforderer-Vertreters und kann den künftigen Modus und die Regeln als erster Verhandlungspartner Alinghis maßgeblich mitbestimmen.

Nur Zuschauer

Voraussichtlich wird es daher zu einem direkten Duell zwischen BMW-Oracle und den Eidgenossen auf Mehrrumpfbooten kommen. Alle anderen der bisher 18 gemeldeten Herauforderer wären dann zum Zuschauen verdammt.

Auch wenn die Amerikaner zuletzt wiederholt betonten, einen Cup mit zahlreichen Teilnehmern einem Zweikampf mit Alinghi vorziehen zu wollen, gibt es wenig Hoffnung, dass diesen Ankündigungen nach einem rund 20-monatigen Rechtsstreit auch Taten folgen werden. (zum Artikel "BMW-Oracle schlägt Angebot aus")

Wenig Hoffnung auf Cup

"Ich weiß nicht, wie das umgesetzt werden soll. Warum sollte man sich jetzt einigen, wenn man das zuvor über 20 Monate nicht schafft. Wir müssen abwarten, was passiert. Aber die momentane Faktenlage ist eine andere", meinte Scheeren, der zudem auf zahlreiche weitere Unwägbarkeiten hinwies:

"Fraglich ist auch, mit welchen Booten dann gesegelt werden soll. Neue Multirumpfyachten sind für uns und viele andere Teams nicht zu finanzieren."

Sponsorenlage unklar

Zumal das deutsche Syndikat nach Angaben von Scheeren "noch keine verbindlichen Sponsorenzusagen" habe. "Wir sind aber in Gesprächen und haben stets positive Signale für den Fall erhalten, dass wir teilnehmen können", sagte der deutsche Kampagnen-Chef.

Möglicherweise geht das Team Germany zumindest bei den beiden von Alinghi noch vor dem Gerichtsurteil angesetzten Regatten im kommenden Juli und Oktober an den Start. Allerdings wären diese Wettfahrten nach momentanem Stand der Dinge für den Ausgang des America's Cup bedeutungslos.

Schümann-Personalie offen

"Diese Teilnahme kann man finanzieren. Dafür sind wir sofort bereit. Wenn mit den alten Booten gesegelt wird, brauchen wir in Valencia nur die Garage aufzuschließen", erklärte Scheeren, schränkte aber ein: "Man muss sehen, wie viel Sinn eine Teilnahme machen würde, wenn man weiß, dass die Rennen eigentlich nichts mit dem America's Cup tun haben."

Geführt würde das Team bei einem Start wohl vom Deutsch-Polen Karol Jablonski. Ob es noch einmal zu einer Zusammenarbeit mit dem dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann kommen werde, ließ Scheeren offen: "Das müssten wir dann diskutieren."

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