Mit frischem bis starkem Wind drehten die deutschen Olympiasegler am Sonntag bei der Kieler Woche mächtig auf. In allen Bootsklassen gab es Tagessiege am laufenden Band und Spitzenplätze im Gesamtklassement.
Die Führung übernahmen die Schwerinerin Franziska Goltz im Laser Radial sowie Ferdinand Gerz und Patrick Follmann aus München im 470er. Bei den Lasern zog Simon Grotelüschen (Lübeck) an seinem punktgleichen Sparringspartner Philipp Buhl vorbei.
Das 49er-Team Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann kletterte beim Heimspiel auf den dritten Rang hinter Eric Heil und Thomas Plößel und den führenden Briten Peters/Fitzgerald.
"Das waren Bedingungen ganz nach meinem Geschmack", sagte Simon Grotelüschen, obwohl er bislang bei leichterer Brise sogar noch erfolgreicher war.
"Das Sparring mit Philipp Buhl bringt uns beide enorm voran", sagte der Medizinstudent, "dass nur ich eine Olympiafahrkarte habe, spielt dabei überhaupt keine Rolle. Er ist ein echter Glücksfall für mich."
Im Vorjahr hatte Grotelüschen die Kieler Woche gewonnen und damit einen Grundstein in der nationalen Ausscheidung für die olympischen Segelwettbewerbe vor Weymouth gelegt.
Ihre verlorene Olympiaqualifikation im 470er mit anschließend ebenfalls verlorenem Gerichtsstreit haben Tina Lutz und Susann Beucke offenbar überwunden.
"Nach Wochen ohne Motivation haben wir endlich wieder Spaß am Segeln", erzählte die Steuerfrau und belohnte sich mit Rang zwei im Zwischenklassement punktgleich hinter den führenden Berlinerinnen Annika Bochmann und Elisabeth Panuschka.
Die deutschen Seglerinnen für London, Kathrin Kadelbach/Friederike Belcher (Hamburg), sind ebenso wie das Gros der Weltspitze nicht am Start.

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