Der dreimalige Segel-Olympiasieger Jochen Schümann hat Titelverteidiger Oracle USA vor dem ersten Finale um den 34. America's Cup hart kritisiert.

"Der Cup war als Event bisher ein ziemliches Desaster", sagte der zweilige Cup-Gewinner und warf dem US-Team Egoismus vor: "Die Amerikaner denken nur an sich. Für viele Teams war die Herausforderung viel zu groß und zu teuer. Das war kein echter Wettbewerb."

Das vom Multi-Milliardär Larry Ellison finanzierte Oracle-Team trifft ab Samstag in der Bucht von San Francisco auf Herausforderer Team New Zealand.

"Für die Segelwelt wäre es besser, wenn die Kiwis gewinnen. Sie haben schon einmal einen fantastischen Cup organisiert, und sie leben nicht vom finanziellen Engagement eines Einzelnen", sagte Schümann. Der gebürtige Berliner hatte 2003 und 2007 mit der Schweizer Alinghi als bislang einziger Deutscher den Cup gewonnen.

Neuseeland als Gastgeber des 35. America's Cup würde zudem die Chancen auf die Teilnahme einer deutschen Mannschaft zumindest etwas erhöhen, so Schümann. Die "Kiwis" seien aber nur Außenseiter: "Ich vermute, dass es bleibt, wie es ist, und Oracle gewinnt. Ich sehe sie im klaren Vorteil. Nach dem ersten Rennen werden wir wohl schon sehen, wohin die Reise geht."

Bislang nahm nur 2007 eine deutsche Mannschaft teil, das United Internet Team Germany wurde vor Valencia aber nur Vorletzter. "Man braucht die richtigen Sponsoren oder auch Einzelpersonen. Deutschland kann da einiges auf die Beine stellen, und wir haben gute Segler", so Schümann zu den Chancen einer zweiten deutschen Teilnahme.

Hier gibt's alle Mehrsport-News

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel