Tobias Schadewaldt aus Oldenburg ist bei der Kieler Woche überraschend als Dritter in die Goldflotte (obere Tabellenhälfte) der olympischen Laser-Klasse eingezogen.

Der 29-jährige Umsteiger aus dem 49er, der bei den Olympischen Spielen in London vor zwei Jahren noch mit Hannes Baumann auf Rang elf segelte, kam in drei spannenden Gruppenwettfahrten am späten Sonntagnachmittag mit den frischen bis starken und böigen Winden gut zurecht.

Nur der führende Karl-Martin Rammo (Estland) und Viktor Teply (Tschechien) einen Punkt dahinter sind nach fünf Rennen mit einem Streichresultat besser.

Der WM-Dritte Philipp Buhl (Sonthofen) verbesserte sich nach einer Disqualifikation zum Auftakt auf den sechsten Rang.

Weiße Schaumkronen auf der Kieler Bucht machten das Regattaprogramm am Sonntagvormittag zunächst völlig zunichte. Nach und nach sagte Regattaleiter Peter Ramcke alle Rennen ab - bis auf die der kleinen Laser.

"Für die war es auch noch ruppig genug, aber auf Weltniveau absolut segelbar", begründete er deren Einsatz auf der geschützten Innenbahn vor Kiel-Schilksee.

Für die Jollen und Gleitjollen mit Spinnaker oder Gennaker sei es jedoch schlicht zu viel Druck gewesen, so Ramcke. Die hoffen nun auf weniger Brise ab Montag, bis am Mittwoch (25. Juni) in den Medaillenrennen die Entscheidungen fallen.

"Das Segeln macht mir immer noch so viel Spaß, dass ich noch eine Olympiakampagne dranhängen wollte", sagte Schadewaldt über seinen Ehrgeiz, obwohl Philipp Buhl, der Kieler-Woche-Sieger der vergangenen beiden Jahre, national kaum erreichbar scheint.

Nachdem sein Vorschoter Baumann Studium und Familie den Vorzug vor Rio 2016 gab, wandte Schadewaldt sich wieder seiner ursprünglichen Bootsklasse zu.

"Da kann ich jederzeit ohne Abstimmung trainieren gehen und Spaß haben. Ob ich Philipp in der Ausscheidung schlagen kann und die Olympiafahrkarte erreichbar ist, spielt erstmal keine Rolle. 2012 hatte Hannes und mir das vorher auch niemand zugetraut."

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