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Des Siegens will er sich nicht enthalten © APA (Hochmuth)

Seit 1986 verzichtet Karl Daxbacher während der Fastenzeit auf das Abendessen, Süßes und Alkohol. Ein Sieg im 292. Wiener

Seit 1986 verzichtet Karl Daxbacher während der Fastenzeit auf das Abendessen, Süßes und Alkohol. Ein Sieg im 292. Wiener Derby gegen Rapid würde ihm aber schon schmecken. "Ein solcher ist uns dort schon lange nicht gelungen. Es wäre ein wichtiger Schritt zu einem Europacup-Startplatz", sagte der Austria-Trainer vor dem Schlager der 24. Runde zwischen dem Tabellenzweiten und dem -Dritten.

Für beide Clubs sei es ein sehr wichtiges Spiel, das von der Spannung und der Ausgangsposition leben könnte. "Rapid ist nach dem Winter nicht aus den Starlöchern gekommen. Wir haben zuletzt zweimal verloren, sind heuer fünf Punkte hinter Rapid gestartet und liegen jetzt gleichauf. Keiner will verlieren, beide wollen unbedingt gewinnen - das sind Voraussetzungen für ein tolles Spiel", glaubt der Niederösterreicher, der seine Mannen auswärts als "leichten Außenseiter" sieht.

Selbstbewusstes Auftreten, Zweikampfstärke zeigen, sich voll ausgeben lauten die Tugenden, die Daxbacher in dem Prestige-Duell von seinen Spielern sehen will. "Ein Derby hat was eigenes, das ist viermal in der Saison ein Höhepunkt. Es geht um die Ehre, eine Niederlage tut besonders weh. Beide Mannschaften haben die Chance, sich aus dem Sumpf zu ziehen", meinte der 56-Jährige, und Sportvorstand Thomas Parits pflichtet ihm bei: "Ich erwarte von jedem einzelnen, dass er über sich hinauswächst und sich nicht versteckt."

Die Austria, die nach dem Cup-K.o. in der Liga unbedingt Dritter werden will, um ins internationale Geschäft zu kommen, befinde sich nach den zwei Nullnummern gegen den LASK in einer schwierigen Situation: "Wir haben in 180 Minuten kein Tor erzielt, ich kann mir nicht vorstellen, dass das so weitergeht", meinte der Burgenländer. Wie so oft in den vergangenen Jahren sei es außerdem im Derby-Vorfeld nicht entscheidend gewesen, was passiert ist oder wo man in der Tabelle steht. "Beide haben zuletzt nicht überzeugt, beide können es besser", so Parits.

Die Violetten, die von rund 1.600 Fans (Daxbacher: "Wenn's nicht gut läuft, sind sie noch mehr gefragt") mit 25 eigenen Ordnern begleitet werden, hoffen auf die Wiedergutmachung und die Trendwende. "Wenn wir ehrlich sind, haben wir nur in der ersten halben Stunden in Mattersburg wirklich überzeugt. Jetzt haben wir die Chance, in einem Match wieder sehr viel gut zu machen. Wer mehr Charakter zeigt, wird gewinnen", sagte Abwehrspieler Manuel Ortlechner im Namen seiner Kollegen.

Wie jedes Spiel haben die Favoritner auch die zwei 0:1-Niederlagen, die selbst Daxbacher "schockten", eingehend analysiert. "Wir hatten nicht viel Zeit, müssen uns sofort auf das nächste Spiel konzentrieren. Und über die Medien werde ich meine Spieler schon gar nicht kritisieren, das erfolgt intern", antwortete der Trainer auf Fragen nach Konsequenzen. Er hoffte, dass seine Schützlinge mit freiem Kopf ins Derby gehen.

"Fußball ist ein Phänomen, das man nicht planen kann. Man kann auch nicht in die Köpfe reinschauen, aber man kann alles versuchen, um sie frei zu bekommen. Im Leistungssport ist es normal, dass wenn man schlecht war, man es gleich wieder besser machen möchte." Da Safar und Almer weiterhin ausfallen, gibt Lindner sein Derby-Debüt. "Ich habe kein ungutes Gefühl. Er hat bisher keinen Fehler gemacht, aber auch nicht viel zu tun bekommen", vertraut Daxbacher dem 19-jährigen Torhüter.

In dieser Saison hat die Austria gegen Rapid erst einen Punkt (1:1 daheim) von sechs möglichen Zählern geholt. Und in der Fremde wartet sie schon seit 6. Dezember (2:0 in Ried durch zwei Acimovic-Treffer) auf einen Dreier.

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