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Der Superstar drückte dem Spiel seinen Stempel auf © APA (dpa)

Der FC Barcelona hat seine Anwartschaft, als erster Club den Titel in der Champions League erfolgreich zu verteidigen,

Der FC Barcelona hat seine Anwartschaft, als erster Club den Titel in der Champions League erfolgreich zu verteidigen, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Der Cupholder fegte über den VfB Stuttgart, der ihn im Hinspiel (1:1) noch geärgert hatte, 4:0 hinweg, stürmte damit ins Viertelfinale und rettete nach dem K.o. von Real Madrid und Sevilla FC die Ehre von Fußball-Europameister Spanien.

Der Kleinste auf dem Rasen im Camp Nou war an diesem Abend wieder einmal der Größte. Wenige Tage nach seinem Hattrick gegen Valencia CF in der Liga traf der nur 1,69 m messende Lionel Messi zum 1:0 und 3:0 und bereitete das 3:0 durch Pedro vor. "Wir würden ihn gegen nichts tauschen, der beste Spieler war in jeder Aktion involviert", sagte Barca-Trainer Josep Guardiola, der seinen Superstar mit anderen Heros der Sportszene verglich.

"Was im Basketball Michael Jorden einst für die Chicago Bulls war, Kobe Bryant für die L.A. Lakers derzeit ist, stellt Leo für uns dar", meinte Guardiola, dessen Chef Joan Laporta ebenfalls dem argentinischen Ausnahmekönner Lob zollte. "Sein ungeheures Talent inspiriert alle in entscheidenden Situationen, das ganze Team hat auf einem fantastischen Level gespielt", befand der Barca-Präsident.

Geschwärmt von Messi wurde auch neidlos im VfB-Lager. "Er ist derzeit die Nummer eins in der Welt, die Leute vergleichen ihn zurecht mit seinem Landsmann Diego Maradona", meinte Trainer Christian Gross. Es sei unglaublich, wenn man bedenkt, dass er erst 22 Jahre ist, "er ist ein fantastischer Kicker, den wir in den entscheidenden Situationen nicht stoppen konnten", streute der Schweizer dem Weltfußballer des Jahres 2009.

Seine Stuttgarter hätten in Barcelona die Grenzen aufgezeigt bekommen. "Barca ist die stärkste Mannschaft der Welt. Geht sie einmal vor eigenem Publikum in Führung, ist es gegen sie noch schwieriger", meinte Gross, dessen französischer Kollege Laurent Blanc vor dem Titelverteidiger ebenfalls größten Respekt hat. "Ich hoffe, wir bekommen nicht Barcelona", sagte der Bordeaux-Trainer, nachdem sein Team Girondins daheim gegen Olympiakos Piräus durch ein im Finish fixiertes 2:1 den Aufstieg ins Viertelfinale geschafft hatten.

"Nun zählen wir zu den großen Kalibern in Europa", freute sich Bordeaux-Präsident Nicolas de Tavernost. "Wir waren nach der Pause das bessere Team. Wären meine Spieler mit mehr Selbstvertrauen aufgetreten, hätten wir das bessere Ende gehabt", sagte Bozidar Bandovic, der Trainer der Griechen. Blanc blickte schon in die Zukunft und glaubt, dass am Freitag bei der Auslosung in Nyon am Genfer See (12.00 Uhr) von den acht Viertelfinalisten sieben seinen Vereinen als nächsten Gegner haben wollen. Anders als noch im Achtelfinale wird kein Verein gesetzt sein, womit es auch zu Duell von Vertretern eines Landes kommen kann.

Die "Grande Nation" ist erstmals seit 2004 im Viertelfinale der "Königsklasse" mit zwei Clubs (Bordeaux, Olympique Lyon) vertreten. Frankreich hat in der Champions League (seit 1992/93) durch Olympique Marseille (1:0 im Endspiel gegen AC Milan) erst einmal die Trophäe gewonnen. Die Südfranzosen wurden von der Titelverteidigung wegen Bestechung aus dem Europacup ausgeschlossen. Mit zwei Vereinen ist heuer übrigens auch noch England (Arsenal, Manchester United) im Rennen.

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