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Nächste Medaille für den jungen Überflieger © APA (epa)

Gregor Schlierenzauer ist seinen eigenen hohen Ansprüchen in dieser Saison mit acht Weltcup-Siegen, zwei Olympia-Einzelmedaillen

Gregor Schlierenzauer ist seinen eigenen hohen Ansprüchen in dieser Saison mit acht Weltcup-Siegen, zwei Olympia-Einzelmedaillen und WM-Silber im Skifliegen oftmals gerecht geworden, einen Einzeltitel hat er aber bei Nordischen Weltmeisterschaften oder bei Olympia auch im abgelaufenen Winter noch nicht erreicht. Beim Tiroler überwog nach dem Vize-WM-Titel in Planica aber eindeutig die Freude.

"Ich hatte ein großartige Saison, meine zweitbeste bisher", bilanzierte der Schlierenzauer zufrieden. Der Tiroler konnte Seriensieger Simon Ammann zwar auch in Planica nicht biegen, hat auf Flugschanzen aber weiter eine eindrucksvolle Bilanz: Im Alter von erst 20 Jahren holte er bei zwei WM-Teilnahmen Gold und Silber, insgesamt 8 von insgesamt 13 Flugbewerben gewann er. Neben Ammanns Topform schrieb er einen Teil des Erfolg des Schweizers auch dem Material zu. "Ammann war einfach in einer überragenden Form und hat den Materialvorteil auch eiskalt ausgenützt. Für mich besteht nun die Motivation, nächste Saison nachzurüsten", betonte der Stubaitaler.

Österreichs Topspringer war bei den jüngsten Titelentscheidungen stets ein verlässlicher Medaillenlieferant für den ÖSV. "Ich bin aus jedem Großereignis in den letzten zwei Jahren mit einer Medaille herausgegangen, was will ich mehr?", fragte der zweifache Bronzemedaillengewinner von Vancouver, Vizeweltmeister von 2009 und frischgebackene Skiflug-WM-Zweite. Das Mehr dürfte wohl der noch fehlende Einzeltitel (abgesehen von Skiflug-WM-Gold 2008) sein, die WM am Holmenkollen bietet 2011 zwei Chancen dazu und auch die prestigeträchtige Vierschanzentournee fehlt Schlierenzauer in seiner Sammlung noch.

Nach Saisonende gelte es aber zunächst die Batterien wieder aufzuladen. Wo er seinen wohlverdienten Urlaub verbringen wird, verriet Schlierenzauer nicht. Danach sei eine gute Vorbereitung auf den kommenden WM-Winter zu starten. Wie Schlierenzauer selbst trauerte auch ÖSV-Neo-Sportdirektor Ernst Vettori dem verpassten Titel keine Sekunde nach, sondern wies auf den Stellenwert jeder einzelnen Medaille hin. "Natürlich bin ich mit Silber zufrieden. Wir haben eine Medaille gemacht, darüber bin ich happy, man muss am Boden bleiben", sagte Vettori, dessen Team am Sonntag als Titelverteidiger und Topfavorit in den Teambewerb ging.

Während Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl als Sechster und Thomas Morgenstern als Siebenter, sowie WM-Debütant David Zauner als 13. mit ihren WM-Auftritten in Planica durchaus zufrieden waren, regierte bei Martin Koch der Ärger. Der Vizeweltmeister von Oberstdorf verpasste die angepeilte Medaille klar und war mit Platz zehn höchst unglücklich. Der Kärntner meldete sich, nachdem er am Samstag wortlos von dannen gezogen war, per Homepage entschuldigend zu Wort. "Sorry, aber mit dem zweiten Flug hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie bringe ich nicht das, was ich kann. Und auf Dauer ist das frustrierend", erklärte Koch.

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