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Der Vorarlberger kehrt nach sieben Jahren heim © APA (Böhm)

Abgang vom ÖSV nach einer "Nullnummer" der Technik-Damen bei den Winterspielen 2002, Rückkehr als erfolgreicher Coach von

Abgang vom ÖSV nach einer "Nullnummer" der Technik-Damen bei den Winterspielen 2002, Rückkehr als erfolgreicher Coach von deutschen Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen. Der Vorarlberger Mathias Berthold, der bisher vornehmlich Damen betreut hat, soll als Rennsportleiter das Herren-Alpin-Team des ÖSV, das bei den Winterspielen in Vancouver leer ausgegangen war, auf den Erfolgspfad zurückführen.

Der 44-Jährige wechselt nach Auslaufen seines Vertrages als deutscher Damen-Bundestrainer in eine ähnliche Funktion bei den ÖSV-Herren. Elf Tage zuvor hatte er vor dem Weltcup-Finale Gerüchte über Gespräche mit dem ÖSV noch zurückgewiesen. "Mit mir hat keiner geredet. Ich bin jetzt seit sieben Jahren mit Leib und Seele dabei. Da interessiert mich Österreich überhaupt nicht", sagte Berthold am 10. März. Seither hat sich einiges geändert. Nach einer Woche mit Gesprächen einigte sich Berthold am Sonntagabend mit ÖSV-Präsident Schröcksnadel.

Trotz der in Deutschland ins Haus stehenden Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen 2011 verließ der zweifache Familienvater (sein 18-jähriger Sohn Frederic steht im ÖSV-B-Kader) den DSV und dessen Aushängeschilder Maria Riesch (Olympiasiegerin in Slalom und Super-Kombination, Slalom-Weltmeisterin), Viktoria Rebensburg (RTL-Olympiasiegerin) und Kathrin Hölzl (RTL-Weltmeisterin) und heuerte als Nachfolger von Anton Giger wieder beim ÖSV an.

Als Rennläufer hatte der Montafoner Slalom-Spezialist im Weltcup den Durchbruch an die Spitze nicht geschafft, in den sechs folgenden Saisonen auf der US-Pro-Tour sammelte er aber nicht nur Dollar, sondern holte auch den Slalom-WM-Titel 1993. Wie als Aktiver fing Berthold auch als Trainer klein an. Von 1996 bis 1998 war er für das britische Herren-Team verantwortlich, nach dem Olympia-Winter 1998 begann das erste Engagement im ÖSV.

Dem Projekt, im Slalom- und RTL-Bereich Siegläuferinnen für die Heim-WM 2001 in St. Anton und Olympia 2002 zu formen, war aber kein Erfolg beschieden. Es seien aus dem Europacup kaum starke Läuferinnen nachgekommen, kritisierte Berthold damals (Marlies Schild war erst vor dem Winter 2001/02 in den Weltcup aufgestiegen) und wechselte zunächst für eine Saison in die USA. Schon damals schloss er aber eine spätere Rückkehr nicht aus. "Vieles ist bei uns sehr gut, vieles kann noch besser werden. Ich will einfach nicht betriebsblind werden und auch andere Systeme kennenlernen", sagte der Besitzer eines Appartementhauses in Gargellen im März 2002.

Als er 2003 in Deutschland sein Amt antrat, regte er zunächst Strukturänderungen an und der Verband zog mit. "Der DSV hat viel Geld in die Hand genommen", berichtete Berthold u.a. über ein neues Nachwuchssystem, in dem bereits in den untersten Schüler-Regionen gut ausgebildete Trainer fungieren. "Die Folgen dieses Projekts werden wir erst in den nächsten Jahren sehen", erklärte er damals.

Mittlerweile haben neben den Medaillengewinnerinnen auch Läuferinnen wie Susanne Riesch und Fanny Chmelar Anschluss an die Weltspitze gefunden. In Vancouver wurde das gute Ergebnis der WM 2009 sogar noch übertroffen. Seinen Beitrag zu den Erfolgen spielte Berthold in Kanada im Scherz herunter: "Der Maria kann man auch einen Hausmeister hinstellen und die fährt noch schnell Ski."

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