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Messi fehlt allerdings noch ein WM-Titel © APA (Archiv/epa)

Spielt Lionel Messi schon jetzt so gut wie einst Brasiliens Fußball-Ikone Pele und sein legendärer Landsmann Diego Armando

Spielt Lionel Messi schon jetzt so gut wie einst Brasiliens Fußball-Ikone Pele und sein legendärer Landsmann Diego Armando Maradona - oder vielleicht sogar noch besser? Der argentinische Dribbelkünstler ist nicht einmal 23 Jahre alt, aber er wird schon jetzt mit den Größten der Fußballgeschichte auf eine Stufe gestellt.

Mit seinen jüngsten Gala-Vorstellungen und acht Toren in drei  Spielen löste der nur 1,69 m große Profi des FC Barcelona in der Fachwelt eine Debatte darüber aus, ob er neben Alfredo di Stefano, Pele, Johan Cruyff und Maradona als das fünfte Genie der Historie zu gelten hat.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Bei den gewonnenen Titeln wird Messi allein von Pele übertroffen. Der Brasilianer hatte mit 22 Jahren schon zwei Weltmeisterschaften (1958 und 1962) gewonnen und war mit dem FC Santos viermal brasilianischer Meister geworden. Einen WM-Titel kann Messi bisher nicht vorweisen. "Wer eine Fußball-Legende werden und zu den wirklich Großen gezählt werden will, muss eine WM gewinnen", vertraute er der Zeitung "El Mundo" an.

Der Argentinier wurde mit "Barca" unter anderem dreimal spanischer Meister, zweimal Champions-League-Sieger und einmal Clubweltmeister; mit Argentinien gewann er die olympische Goldmedaille 2008 in Peking. Eine solche Bilanz hatte mit 22 Jahren weder ein Di Stefano, noch ein Maradona, Cruyff, Zinedine Zidane oder Franz Beckenbauer vorzuweisen.

Allerdings weisen die Experten darauf hin, dass Messi von seiner Spielweise her mit einstigen Weltstars wie Pele, Di Stefano oder Cruyff ohnehin kaum vergleichbar sei. "Pele strahlte mehr Glanz aus und pflegte einen kraftvolleren Stil", sagte Tostao, Ex-Teamkollege des Brasilianers, der Zeitung "El Pais". "Dagegen ist Messi mit Maradona durchaus vergleichbar."

Der Ex-Profi Pichi Alonso, der zusammen mit Maradona für den FC  Barcelona gespielt hatte, sieht das ähnlich: "Mit seiner Ballführung, den Dribblings und Körpertäuschungen erinnert Messi an Maradona. Aber als Person ist er ganz anders. Diego sah immer nur das eigene Ich. Dagegen betrachtet Leo sich als Teil einer Gruppe und drängt sich nicht in den Vordergrund."

Messi ist nach Ansicht mancher Experten schon jetzt ein besserer Fußballer als sein berühmter Landsmann. "Maradona war allenfalls bei Standardsituationen überlegen, aber Messi ist schneller und wendiger", meinte der spanische Erstliga-Trainer Miguel Angel Lotina (Deportivo La Coruna). Sein Kollege Gregorio Manzano (RCD Mallorca) witzelte: "Wenn man Messi stoppen will, gibt es nur ein Mittel. Man muss ein Jagdgewehr nehmen, und peng ..."

Der Fußballer Ander Herrera, der am Sonntag mit Real Saragossa 2:4 gegen Barcelona verloren hatte, betonte: "Messi ist eindeutig besser als Maradona. Wenn er sieben Gegenspieler vor sich hat, geht er an sieben vorbei." Das Fachblatt "Sport" weist darauf hin, dass Messi im Gegensatz zu Maradona nur für den Fußball lebe und keinen Hang zu Ausschweifungen und Exzessen verspüre: "Das Beste an Messi sind seine Bescheidenheit, seine mentale Stärke und seine stabilen Familienverhältnisse. Da gibt es keine gefährlichen Freundschaften."

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