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Barcelona will erneut gegen Arsenal jubeln © APA (epa)

Es geht um Alles oder Nichts. Mit dieser Losung hat Trainer Josep Guardiola seine Spieler auf die härteste Woche des FC

Es geht um Alles oder Nichts. Mit dieser Losung hat Trainer Josep Guardiola seine Spieler auf die härteste Woche des FC Barcelona in dieser Saison eingestimmt. Am Dienstag steht das Rückspiel im Viertelfinale der Fußball-Champions-League gegen Arsenal an, am Samstag der Liga-Klassiker beim punktgleichen Erzrivalen Real Madrid.

"Die Partie gegen Arsenal ist der Schlüssel der gesamten Saison", betonte der Coach. "Es ist wie ein Finale. Wenn wir weiterkommen, werden wir noch für manch andere Überraschung sorgen." Soll heißen: Wenn Barca die "Gunners" schlägt, rechnet sich Guardiola gute Chancen aus, dank des Motivationsschubs den Titel sowohl in der Champions League als auch in der spanischen Liga erfolgreich zu verteidigen. Dass Real Madrid nach dem 2:0-Erfolg bei Racing Santander von Sonntagabend als Tabellenführer in den "Clasico" geht, tut er als zweitrangig ab. "Das ist Nebensache."

Zunächst gilt in Barcelona ohnehin die Konzentration ganz der Partie gegen Arsenal. Barca hatte beim 2:2 im Hinspiel eine Gala geliefert, aber es verabsäumt, eine Vorentscheidung herbeizuführen. Trotz zahlreicher Top-Chancen stand es bei Halbzeit 0:0, ehe Zlatan Ibrahimovic die Spanier mit einem Doppelpack (46., 59.) scheinbar auf die Siegerstraße brachte. Doch Theo Walcott (69.) und Cesc Fabregas (85./Elfmeter) gelang noch der Ausgleich, der Arsenal die Chance auf den Aufstieg am Leben erhielt.

Im Estadio Nou Camp muss Barca auf den verletzten Ibrahimovic sowie die gesperrten Innenverteidiger Carles Puyol und Gerard Pique verzichten. Doch bereits am Wochenende hatte Barca bewiesen, dass dies kein Handicap sein muss: Den glänzenden 4:1-Sieg über Athletic Bilbao hatte der Club mit einer völlig umgekrempelten Mannschaft erzielt, wobei der 19-jährige Jungstar Bojan Krkic mit zwei Treffern auf sich aufmerksam machte. "Mit solchen Spielern kommt man bis ans Ende der Welt", schwärmte Guardiola. Außerdem ist da noch Superstar Lionel Messi. "Schon seine bloße Anwesenheit jagt dem Gegner Angst ein", schrieb "Marca".

Schwerer dürfte bei Arsenal der Ausfall von Regisseur Fabregas wiegen. Der Spanier hatte im Hinspiel in London einen Wadenbeinbruch erlitten. Zudem fallen auch Abwehrspieler William Gallas und Torjäger Andrej Arschawin verletzt aus. Trainer Arsene Wenger kündigte an, dass der Franzose Samir Nasri für Fabregas als Spielmacher vorgesehen ist. Was auf sein Team zukommt, hatte Wenger schon nach dem Hinspiel beschrieben: In den ersten 30 Minuten sei Barca "wie ein Sturm" über das Emirates-Stadion gefegt.

Arsenal und Manchester United, das am Mittwoch im Old Trafford einen 1:2-Rückstand gegen Bayern München aufholen muss, sind die letzten zwei englischen Clubs in der Champions League. Sollten beide scheitern, würde erstmals seit 2003 ein Halbfinale ohne englische Vertreter stattfinden. In den vergangenen drei Jahren kamen noch stets drei der vier Halbfinalisten von der Insel.

Bei Inter Mailand herrscht vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League bei ZSKA Moskau aus anderem Grund große Aufregung: Der Verein ist in den italienischen Manipulationsskandal um den ehemaligen Manager von Juventus Turin, Luciano Moggi, hineingezogen worden. Inter ist mit 23 Spielern nach Russland gereist, als einer von fünf Stürmern ist auch Österreichs Jungstar Marko Arnautovic dabei, die Chancen auf einen Einsatz sind aber gering.

Ungeachtet der Angriffe auf seinen Präsidenten Massimo Moratti versicherte Mittelfeldstar Thiago Motta vor dem Duell in Moskau: "Inter bleibt konzentriert". Italiens Fußball-Meister hatte das Hinspiel "nur" 1:0 gewonnen, weil Moskau-Torhüter Igor Akinfejew in Hochform spielte.

Die Italiener müssen sich auf den ungewohnten Kunstrasen im Luschniki-Stadion einstellen, was für Trainer Jose Mourinho kein größeres Problem sein sollte. "Wir wissen, wie wir spielen wollen, wissend um die Schwierigkeiten, die uns der Gegner und der Kunstrasen bereiten können", sagte Mourinho. ZSKA könnte als erster russischer Verein das Halbfinale der Champions League erreichen, Stadtrivale Spartak war im Vorgängerbewerb Meistercup 1991 in die Runde der besten Vier vorgestoßen.

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