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Robben agierte wieder in Hochform © APA (dpa)

Nach dem Goldtor von Arjen Robben im Hinspiel rechnet sich der FC Bayern München auch ohne Rotsünder Franck Ribery große

Nach dem Goldtor von Arjen Robben im Hinspiel rechnet sich der FC Bayern München auch ohne Rotsünder Franck Ribery große Chancen auf den Einzug ins Fußball-Champions-League-Finale aus. "Wir haben so gespielt, wie eine Final-Mannschaft spielen muss", schwärmte Vereinspräsident Uli Hoeneß nach dem verdienten 1:0-(0:0)-Heimsieg am Mittwochabend im Semifinale gegen Olympique Lyon.

"Ich glaube, wir können nicht total entspannt nach Lyon fahren, aber mit großer Zuversicht", sagte Hoeneß. Einmal mehr war es der Niederländer Robben, der mit einem Linksschuss in der 69. Minute das Tor zum Finale am 22. Mai in Madrid aufstieß. "Ich will aber noch nicht über Madrid reden. Wir können noch einen heißen Abend in Lyon erwarten", warnte Robben, der nun bei 20 Treffern in 31 Pflichtspielen für den deutschen Rekordmeister hält, vor verfrühter Euphorie.

Schon in Florenz (Achtelfinale) und Manchester (Viertelfinale) war Robben mit zwei Kunstschüssen jeweils der Bayern-Retter gewesen. "Arjens linker Fuß ist Extraklasse", schwärmte Außenverteidiger Philipp Lahm, Robbens kongenialer Partner auf der rechten Bayern-Seite. "Dass er in dieser Kontinuität Tore schießt, konnte man nicht erwarten", schwärmte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Nur Hoeneß wollte beim Hype um Robben nicht mitmachen und meinte nur: "Er hat auch 25 Millionen Euro gekostet. Da muss er auch ein bisschen mehr leisten als die, die zwei Millionen kosten."

Bei seiner Auswechslung kurz vor Schluss reagierte Robben stinksauer, weil er das Gefühl hatte, noch ein weiteres Tor erzielen zu können. "Meine Reaktion war nicht gut, emotional und nicht professionell", entschuldigte sich der 26-Jährige aber sofort beim Team und bei Trainer Louis van Gaal, der lieber den knappen Sieg sichern wollte: "1:0 ist ein sehr gutes Resultat, da mussten wir kein Risiko mehr nehmen."

Im Rückspiel am kommenden Dienstag wird den Bayern Ribery fehlen. Der Franzose sah nach einem Foul an Lisandro Lopez in der 37. Minute die Rote Karte, was die Münchner Verantwortlichen als eine zu harte Bestrafung bewerteten. "Das ist ein Foul von vorne gewesen, nicht von hinten und auch nicht von der Seite", meinte Hoeneß. Die Bayern hoffen, dass die UEFA nur eine Sperre für ein Spiel ausspricht und Ribery bei einem Finaleinzug in Madrid wieder dabei sein könnte. "Ich hoffe für Bayern München und Franck, dass er nur für ein Spiel gesperrt wird", sagte Van Gaal.

Lyon muss im Rückspiel ohne Jeremy Toulalan auskommen, der in der 54. Minute die Gelb-Rote Karte sah. Selbst in der Phase der Unterzahl waren die Bayern allerdings die bessere Mannschaft gewesen. Hoeneß bewunderte "die wahnsinnige Energieleistung" der eigenen Elf: "Man kann stolz sein auf diese Mannschaft. Was sie leistet seit Wochen, ist überragend." Allein die Chancenverwertung passte nicht.

"Jetzt haben wir eine ordentliche Chance, das Finale zu erreichen", lautete die Einschätzung von Rummenigge. Zumal in Lyon auch der im Hinspiel gesperrte Kapitän Mark van Bommel wieder zur Verfügung steht. Dafür fällt neben Ribery auch Danijel Pranjic, der die dritte Gelbe Karte im laufenden Wettbewerb sah, wegen einer Sperre aus. "Ich denke, dass wir wieder ganz Europa gezeigt haben, wie stark wir sind", stellte Van Gaal nach dem 1:0-Erfolg stolz und zufrieden fest.

Doch Lyon hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, das Ruder im Rückspiel noch herumreißen zu können. "Das wir ein ganz anderes Match", glaubt Coach Claude Puel, dem neben dem Ausfall von Toulalan auch noch zahlreiche angeschlagene Spieler Kopfzerbrechen bereiten. "Ich mache mir Sorgen, ob alle bis Dienstag rechtzeitig fit werden." Allerdings kann sein Team im Gegensatz zu den Bayern, die am Samstag bei Borussia Mönchengladbach gastieren, am Wochenende pausieren, da ihr Heimspiel gegen AS Monaco auf 12. Mai verschoben worden ist.

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