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Will sich noch nicht gtratulieren lassen © APA (Krug)

Spätestens seit dem 1:1 am Freitagabend gegen Rapid ist für Salzburg die erfolgreiche Verteidigung des Meistertitels zum

Spätestens seit dem 1:1 am Freitagabend gegen Rapid ist für Salzburg die erfolgreiche Verteidigung des Meistertitels zum Greifen nahe. Sechs Zähler beträgt der komfortable Vorsprung vier Runden vor Schluss, doch Trainer Huub Stevens warnte vor verfrühter Euphorie. "Es sind noch immer zwölf Punkte zu vergeben", betonte der Niederländer.

Seine Mannschaft dürfe sich noch nicht als Meister wähnen, mahnte der 56-Jährige. "Das wäre auch wenig respektvoll gegenüber den anderen Vereinen. Wir können noch in allen Spielen Probleme bekommen, aber ich habe auch zur Mannschaft gesagt, dass wir kein Match mehr verlieren werden, wenn wir so spielen wie heute."

So wie sein Rapid-Gegenüber Peter Pacult sprach auch Stevens von einem hochklassigen Spitzenspiel. "Beide Seiten haben offensiv aufgestellt. Dann kommt so ein Spiel heraus, das Werbung für den Fußball ist und bei dem die Zuschauer die Gewinner sind."

Trotz aller Zufriedenheit blieb der fast schon traditionelle Disput mit dem Schiedsrichter-Gespann auch diesmal nicht aus. Zwar gab es Lob für Referee Thomas Einwaller, dessen Assistent brachte Stevens allerdings mit der korrekten Auslegung der passiven Abseitsregel beim Treffer der Wiener in Rage. "Bei dem Tor ist ein Rapid-Spieler aus dem Abseits zurückgelaufen, hat aber nicht eingegriffen", erzählte der Coach. Ob das Tor deshalb nicht korrekt gewesen sei? "Es ist gegeben worden, also war es regulär", sagte Stevens.

Erzielt wurde der Treffer von Steffen Hofmann, der vom Ex-Eindhoven-Trainer vor der Partie zum "besten Flieger" der Bundesliga erkoren worden war. Diese Aussage wollte Stevens jedoch nicht als Angriff auf den Rapid-Kapitän, sondern als Hinweis für die Unparteiischen verstanden wissen. "Ich habe dabei nicht über den Spieler, sondern über die Schiedsrichter geredet", beteuerte der Coach.

Diesmal durfte sich Stevens über den Schiedsrichter nicht beklagen, immerhin wurde Rapid beim Stand von 0:0 ein Strafstoß vorenthalten. Barry Opdam riss Nikica Jelavic im Strafraum nieder und freute sich nach dem ausgebliebenen Pfiff über ausgleichende Gerechtigkeit. "Zuletzt gab es ungerechtfertigte Elfer für Rapid. Heute war es einer, und den haben sie nicht bekommen", erklärte der niederländischer Abwehrspieler.

Opdams Innenverteidiger-Kollege Rabiu Afolabi machte seinem Ruf als Rapid-Schreck wieder einmal alle Ehre. Der Nigerianer, der gegen die Grün-Weißen weder mit der Austria noch mit Salzburg verlor, hatte schon beim 1:0 der Salzburger im Februar im Hanappi-Stadion getroffen und schaffte diesmal das wichtige 1:1.

Zum meisterschaftsentscheidenden Treffer wollte sich Afolabi dennoch nicht beglückwünschen lassen. "Ich nehme Gratulationen für das Unentschieden an, aber nicht für den Meistertitel." Sein Ausgleichstor wurde nicht nur durch passive Rapidler, sondern auch durch einen präzisen und scharfen Einwurf von Christian Schwegler begünstigt. "Das war ein perfekter Einwurf von ihm", schwärmte Afolabi.

Schwegler sorgt mit seinen wuchtigen Würfen immer wieder für Gefahr und bereitete in dieser Saison schon den Treffer von Franz Schiemer zum 1:0-Auswärtssieg in der Europa League gegen Lewski Sofia mit den Händen vor. "Das ist eine Gabe, ich habe das nie speziell trainiert", meinte der Schweizer. "Die Einwürfe sind sicher eine Waffe von uns. Sie sind schwieriger zu verteidigen, weil der Ball eine andere Flugkurve als bei Freistößen oder Eckbällen hat."

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