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Euphorie ist grenzenlos © APA (dpa)

Nur noch ein Sieg fehlt, um den Hamburger Stadtteil St. Pauli in eine Party-Zone zu verwandeln. Sollten der FC St. Pauli am

Nur noch ein Sieg fehlt, um den Hamburger Stadtteil St. Pauli in eine Party-Zone zu verwandeln. Sollten der FC St. Pauli am Sonntag bei Greuther Fürth gewinnen, wird es in 600 Kilometern Entfernung rund um das Millerntor-Stadion kein Halten mehr Geben.

Mit einem Erfolg hätte die Mannschaft von Trainer Holger Stanislawski ihr großes Ziel, den fünften Fußball-Bundesliga-Aufstieg in der Vereinshistorie, de facto erreicht und würde den 1. FC Kaiserslautern in die höchste deutsche Spielklasse begleiten. Denn die zweitplatzierten Hamburger gehen mit einem Vorsprung von drei Punkten und 14 Toren auf ihren Verfolger FC Augsburg in die vorletzten Runde.

In der Hansestadt ist die Euphorie grenzenlos. Kaum jemand glaubt, dass die Braun-Weißen den direkten Aufstieg noch verspielen könnten. Das Stanislawski-Team wird bei seinem ersten Matchball im Fürther Playmobil-Stadion eine Unterstützung wie bei einem Heimspiel erhalten. Von den knapp 14.000 Zuschauer im Stadion werden annähernd 8.000 Fans des FC St. Pauli sein. Präsident Corny Littmann will den direkten Aufstieg ohne Umweg. "Auf die Relegation habe ich keinen Bock", sagte der Club-Chef.        

Der "Kiez" rund um die Reeperbahn rüstet sich für eine lange Nacht. Für die Daheimgebliebenen wird es jedoch kein Public Viewing geben. "Dafür hätte die Partie ausverkauft sein müssen", sagte Team-Manager Christian Bönig. St. Pauli wäre nicht St. Pauli, hätte der Club darauf nicht eine Antwort. Wenn schon nicht Public Viewing, dann wenigstens Public Hearing. Eine öffentliche Live-Übertragung per Radio auf dem Hamburger Spielbudenplatz soll die versammelten Fans in Stimmung bringen.

Die Rückkehr in die Bundesliga könnte zu keinem besseren Zeitpunkt erfolgen. Am 15. Mai feiert "der etwas andere Verein", als den sich Mitglieder und Anhänger gern sehen, sein hundertjähriges Bestehen. 100 Jahre und Aufstieg, das hätte selbst Präsident Littmann in seiner Eigenschaft als Theaterregisseur nicht besser inszenieren können. "Wir werden uns das nicht mehr nehmen lassen. Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wir aufsteigen", sagte Offensivspieler Deniz Naki. Wenn es nicht am Sonntag klappt, dann eben eine Woche später im Heimspiel gegen den SC Paderborn.

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