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Brisantes Duell im römischen Olympiastadion © AAP (Archiv/epa)

Im Fernduell um das Triple mit Bayern München greift Inter Mailand nach dem ersten von drei möglichen Titeln. Zweieinhalb

Im Fernduell um das Triple mit Bayern München greift Inter Mailand nach dem ersten von drei möglichen Titeln. Zweieinhalb Wochen vor dem Champions-League-Finale in Madrid gegen den deutschen Rekordmeister trifft Inter im italienischen Cup-Finale am Mittwoch im römischen Olympiastadion auf AS Roma.

"Das wird eine Riesenschlacht", erwartet Inter-Präsident Massimo Moratti nach Mailands skandalumwitterten 2:0-Ligasieg am Sonntag gegen Lazio in Rom einen Hexenkessel. Die Polizei befürchtet schwere Fan-Ausschreitungen.

Das Olympiastadion, in dem auch Bayern-Trainer Louis Van Gaal erwartet wird, wird einer Festung gleichen: 1.000 Polizisten und 600 Ordner wurden ins Stadion beordert. 15.000 Tickets wurden zurückgezogen, um die Fans besser voneinander trennen zu können. Die Polizei fürchtet, dass sich Lazio-Anhänger unter die befreundeten Inter-Fans mischen und sich dann mit den Roma-Fans Schlachten liefern könnten.

Sonst kaum beachtet, wird das italienische Cupfinale in diesem Jahr zum Mega-Ereignis. Das Endspiel bietet den beiden Rivalen die Bühne für den ersten Showdown der Saison. Der zweite folgt dann in der Serie A, in der Inter mit zwei Punkten Vorsprung vor Roma in die letzten beiden Saisonspiele geht. "Wir haben nur noch Endspiele", beschreibt Inter-Verteidiger Walter Samuel die prickelnde Stimmung. Und Mittelfeldspieler Thiago Motta bekräftigte: "Wir wollen diesen Cup und sind voll konzentriert."

Schon die sportliche Rivalität zwischen den Clubs hätte für genügende Brisanz gesorgt, Lazios 0:2-Pleite gegen Inter am Sonntagabend hat die Atmosphäre vergiftet. Die Römer warfen Lazio vor, absichtlich gegen Inter verloren zu haben. Lazios lust- und kraftloser Auftritt gegen Inter sei eine Schande für den gesamten Fußball gewesen. Tatsächlich verbrüderten sich die Lazio-Fans mit den Inter-Anhängern und bejubelten die eigene Niederlage, die Romas Titelchancen auf ein Minimum sinken ließ.

Die Roma ist empört, aber auch Lazio ist wütend: Club-Präsident Claudio Lotito erhielt vor dem Inter-Spiel Morddrohungen von Roma-Fans. Man habe ihm eine Pistolenkugel geschickt, berichtete Lotito. Die Polizei ermittelt. Die römischen Clubs pflegen ihre Feindschaft. Trainer Jose Mourinho bemühte sich am Tag vor der Partie um Entspannung: Er selbst besuchte den Vatikan, seine Spieler bummelten durch die Stadt.

Gegen Claudio Ranieris Mannschaft setzt Inter-Coach Jose Mourinho auf seine bewährten Stars Wesley Sneijder im Mittelfeld und Eto'o im Sturm. Nur auf Abwehrspieler Lucio muss der Portugiese verzichten. Der Ex-Bayer hat sich im Spiel gegen Lazio eine leichte Muskelverletzung zugezogen.

Bei den Römern hofft der von Bayern ausgeliehene Luca Toni auf seine Chance. Zuletzt hatte Coach Ranieri den Mittelstürmer nicht mehr zusammen mit Francesco Totti aufgeboten. Der Kapitän aber ist gesetzt und kündigte Inter im Cup und in der Meisterschaft "einen harten Kampf bis zur letzten Minute an."

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