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Steirer damit wohl zurecht nicht abgestiegen © APA (Leodolter)

Unverhofft ist Österreichs Fußball-Meisterschaft noch einmal spannend geworden. Die überraschende 0:2-Niederlage von

Unverhofft ist Österreichs Fußball-Meisterschaft noch einmal spannend geworden. Die überraschende 0:2-Niederlage von Spitzenreiter Salzburg in Kapfenberg am Dienstag ließ Rapids Fans zumindest für 24 Stunden noch einmal hoffen. Im Wiener Derby am Mittwoch könnte der erste Verfolger des Titelverteidigers mit einem Sieg den Rückstand auf drei Punkte verkürzen.

Und während sich Kapfenbergs Spieler als Riesentöter feiern ließen, war Salzburg-Coach Huub Stevens stinksauer: "Ich habe anscheinend gegen eine Wand geredet." Er habe "vor einigen Wochen gesagt, dass wir noch nicht am Ziel sind", sagte Stevens nach der ersten Niederlage nach 22 Runden und der dritten in dieser Saison. "So etwas wie heute kann passieren, wenn man denkt, dass man es schon geschafft hat. Aber wir haben noch gar nichts geschafft."

Mit der Pleite vergab Salzburg auch die Chance auf mehrere Bundesliga-Rekorde. Der Punkterekord von Sturm Graz (82 in der Saison 1997/98) ist ebenso außer Reichweite wie die 25 Partien ohne Niederlage in einer Bundesligasaison - das schaffte bisher nur Austria Wien (1984/85). Mit nur zwei Saisonniederlagen in 36 Spielen hätte man zudem eine neue Bestmarke aufgestellt. Salzburgs Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer versuchte sich erst gar nicht in Euphemismen. "Man kann unsere Leistung peinlich oder schlecht nennen, möglicherweise war es beides", sagte der Deutsche, der den "unbändigen Willen zu siegen" vermisste.

Tatsächlich wurde Kapfenbergs Goalie Raphael Wolf zum Mann des Abends. Der Deutsche machte zahlreiche Chancen zunichte und ließ auch Marc Janko verzweifeln, der es mit dem dritten vergebenen Bundesliga-Elfer verpasste, allein an die Spitze der Torschützenliste vorzustoßen. "Er hat alles gehalten, was zu halten war. So etwas habe ich schon lange nicht mehr gesehen", lobte Trainer Werner Gregoritsch, der ab der 37. Minute nach Rot für Schönberger nur noch zehn Mann zu dirigieren hatte.

"Wie mein Team in Unterzahl gekämpft hat, war sensationell, es ist ein unbeschreibliches Gefühl, gegen so eine Mannschaft zu gewinnen", jubelte Gregoritsch und sah sich bestätigt: "Der Sieg hat gezeigt, dass wir in der Liga zurecht unseren Platz haben." Der 21-jährige Wolf wurde prompt mit einem Wechsel nach Salzburg in Verbindung gebracht, winkte aber ab: "Ich muss mich hier noch einige Jahre bestätigen", betonte der Bayer, der schon am 13. März in Salzburg einen Janko-Elfer entschärft hatte.

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