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Junuzovic strotzt vor Selbstvertrauen © APA (Fohringer)

Der FK Austria Wien hat mit dem ersten Dreier (1:0) nach fünf sieglosen Derbys nicht nur den Rivalen als Nummer eins in der

Der FK Austria Wien hat mit dem ersten Dreier (1:0) nach fünf sieglosen Derbys nicht nur den Rivalen als Nummer eins in der Stadt abgelöst, sondern auch viel Selbstvertrauen für den kommenden Schlager bei Spitzenreiter Red Bull Salzburg am Sonntag gewonnen. Auf die Frage, wie viel er auf seine Violetten setzen würde, antwortete Zlatko Junuzuvic wie aus der Pistole geschossen: "Alles!"

Der knappe Erfolg über den Erzrivalen wäre das Ergebnis von Wille und Einheit gewesen. "Wir haben mit Herz und Leidenschaft gespielt, nur am Schluss haben uns etwas die Kräfte gefehlt", resümierte der Mittelfeldmotor. Mit Leidenschaft und Kampfgeist könne seine Mannschaft nun auch in Salzburg den Sieg schaffen. Ein 1:0 reiche immer, sprach vor den letzten zwei Runden der Bundesliga-Saison der 22-Jährige die fast schon unheimliche Serie von 1:0-Siegen an.

Dieser Lauf spreche für die Austrianer. "Dass wir so viele 1:0-Siege gefeiert haben, zeugt von der Qualität der Mannschaft und wie gut sie hinten steht. "Jetzt wollen wir auch in Salzburg gewinnen und Meister werden, denn im Fußball ist alles möglich", sagte Junuzovic. Torhüter Heinz Lindner, der abermals seine Können unter Beweis stellte, meinte: "Wir werden defensiv von Spiel zu Spiel stärker. Wir sind sehr gut in Form, die wollen wir nach Salzburg mitnehmen."

Kapitän Joachim Standfest sprach von einer "defensiv und taktisch perfekten Leistung" und einer theoretischen Titelchance. "Wir wollen die Saison vor Rapid beenden, der erste Schritt ist getan. Ich war jetzt mit Austria zweimal Dritter, wenn ich wieder Dritter werde, wäre ich ein bisschen enttäuscht. Wir haben in Salzburg nichts zu verlieren und wenn wir auch dort gewinnen, geht Salzburg in Graz gegen Sturm vielleicht die Düse", hofft der Verteidiger.

Sein Trainer brauchte wieder einmal gute Nerven, bevor das vor allem im Finish wackelige Resultat gegen Rapid im Trockenen war. "Wenn deine Mannschaft in einer Saison elfmal 1:0 gewinnt und du stehst draußen, dann denkst du dir schon: Wie soll man so etwas aushalten", gab Karl Daxbacher zu. Zehn Minuten nach dem schnellen 1:0 habe seine Truppe in spielerischer Hinsicht nachgelassen, immer mehr die Sicherheit verloren und viele Ballfehler begangen.

"Letztlich war es aber egal, ob der Sieg verdient war oder nicht. Wichtig war, dass wir Sieger sind", resümierte der letztlich doch zufriedene Austria-Feldherr, der seine Mannschaft in einer "komfortablen Situation" sieht. Derby gewonnen, Teilnahme an der Europa League geschafft. "Jetzt fahren wir ohne Druck, mit Lockerheit nach Salzburg, vielleicht wird Salzburg nervös", meinte Daxbacher. Der "sportliche" AG-Vorstand Thomas Parits lobte: "Kompliment allen Spielern, sie haben sich zerrissen und dazu das nötige Glück gehabt."

Während Violett jubelte, verließen die Gäste mit hängenden Köpfen den Verteilerkreis. Branko Boskovic, den der montenegrinische Teamchef Zlatko Kranjcar beobachtete, tat dies schon nach nicht einmal einer Stunde. Rapid-Kapitän Steffen Hofmann, der selten einen so enttäuschenden Eindruck nach einer verlorenen Partie gemacht hat, stammelte: "Die Meisterschaft hat sich für uns mit dieser Niederlage erledigt. Wir haben uns viel für dieses Match vorgenommen, und es wäre auch viel möglich gewesen. Deshalb sind wir alle sehr enttäuscht."

Nach Meinung des Deutschen habe man das Derby nicht verloren, weil Rapid die schlechtere Mannschaft gewesen sei, sondern weil man es nicht geschafft habe, eine Tor zu machen. In den letzten zwei Runden strebe Rapid zwei Siege an. Raimund Hedl, der sich nach 8:50 Minuten nur Thomas Jun geschlagen geben musste, gab zu, seine Mannschaft habe die ersten 20 Minuten komplett verschlafen.

"Die Niederlage war nicht notwendig, wir waren aber vor dem gegnerischen Tor zu hektisch", befand der Routinier. "Wir wollten drei Punkte mitnehmen, aber nun sind wir aus dem Titelrennen. Wer Meister wird, ist mir völlig egal. Ich gebe auch keinen Tipp ab, ich bin kein Toto-Spieler", sagte die grünweiße Nummer eins und schlich in die Kabine. Aus dem violetten Umkleiderraum hörte man noch lange Freudengesänge.

"Ein schöner Tag der Veilchen geht zu Ende. Wir sehen dem Finish gelassen entgegen. Unsere Mannschaft hat sich ein weiteres Finale erarbeitet, obwohl die Salzburger noch immer alles in eigener Hand haben", meinte der für den wirtschaftlichen Bereich in der Austria-AG zuständige Vorstand Markus Kraetschmer, der am Donnerstagabend gemeinsam mit Parits im zehnköpfigen Aufsichtsrat Grünes Licht für den Budgetvorschlag 2010/11 und damit für die Vertragsverhandlungen mit Spielern erwartete.

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