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Junuzovic gewann Kinder-, dann Fußballspiel © APA (Krug)

Zlatko Junuzovic hat am Sonntagnachmittag die Meisterfeier von Red Bull Salzburg auf spektakuläre Weise zum Platzen gebracht.

Zlatko Junuzovic hat am Sonntagnachmittag die Meisterfeier von Red Bull Salzburg auf spektakuläre Weise zum Platzen gebracht. Mit einem Freistoß in der 91. Minute setzte der Mittelfeldspieler der Wiener Austria den Titelverteidiger unter Schock und verwandelte das Finish der Bundesliga endgültig in einen absoluten Thriller. Entscheidend dafür war das Kinderspiel "Schnick Schnack Schnuck".

"Fußball ist nicht zu erklären, im Fußball kann das Unglaubliche passieren", jubelte Junuzovic, nachdem er sich mit seinen Teamkollegen minutenlang von den rund 1.000 mitgereisten Austria-Fans hatte feiern lassen. Mit ein bisschen Pech hätte der Freistoßschütze gar nicht Junuzovic geheißen. Denn auch Teamkollege Michael Liendl hatte ein gutes Gefühl und wollte zur letzten Chance im Titelrennen antreten.

Die Entscheidung über den Schützen fiel dann mittels eines beliebten Kinderspiels. "Wir haben Schnick Schnack Schnuck gespielt und zum Glück habe ich gewonnen", berichtete Junuzovic mit einem breiten Grinsen. "Schnick Schnack Schnuck", oder auch "Schere-Stein-Papier" genannt, brachte also Austria und somit auch den Lokalrivalen Rapid zurück ins Titelrennen.

So groß die Freude bei den Austrianern war, so groß waren der Frust und der Ärger bei den Salzburgern. Denn nach dem Junuzovic-Treffer warfen die Hausherren, die bereits zuvor einige hochkarätige Chancen verhaut hatten, noch einmal alles nach vorne und kamen auch durch einen Kopfball von Rabiu Afolabi noch zum vermeintlichen Meisterstück. Doch Schiedsrichter Dietmar Drabek gab den Treffer aufgrund eines Hinweises seines Assistenten Andreas Feichtinger wegen Abseits nicht. Für die Mehrheit im Stadion und vor den TV-Geräten eine Fehlentscheidung, doch Drabek verteidigte den Pfiff. "Wir sind uns auch nach Studium der TV-Bilder nicht sicher, ob Abseits oder nicht", meinte der Oberösterreicher, der von Salzburgs Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer als "Wiener Schiedsrichter" bezeichnet wurde.

Beiersdorfer behielt gemäß seinem Naturell so gut es ging die Ruhe, wetterte jedoch gegen die heimischen Referees: "Wer zur Hölle kann so ein Abseits pfeifen? Als ich nach Österreich gekommen bin, dachte ich, das ist eine Mär, dass die Wiener Vereine bevorteilt werden. Aber das ist die Realität." Trainer Huub Stevens wollte hingegen keinen Kommentar zur Schiedsrichter-Leistung abgeben.

Dabei war schon wirklich alles angerichtet gewesen für die Meisterfeier der Salzburger. Die Fans hatten euphorisch die letzten Augenblicke der Partie eingeklatscht und wurden bereits per Videowall gebeten, nach Schlusspfiff nicht aufs Spielfeld zu laufen. Wenige Augenblicke später überschlugen sich im "Bullen-Stall" die Ereignisse und auf dem Rasen jubelten nur mehr die Gäste.

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