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Pacult konzentriert sich aufs Gewinnen © APA (Diener/Schalber)

Rapid geht als Außenseiter in den großen Showdown um den österreichischen Fußball-Meistertitel. Zwar gelten die Hütteldorfer

Rapid geht als Außenseiter in den großen Showdown um den österreichischen Fußball-Meistertitel. Zwar gelten die Hütteldorfer am Donnerstag in der letzten Runde auswärts gegen den SV Mattersburg als klarer Favorit, allerdings müssen sie auf Umfaller der beiden Konkurrenten hoffen - die Salzburger müssen in Graz gegen Sturm verlieren und die Austria darf daheim gegen SV Ried nicht gewinnen.

Mit Rechenspielen will sich Peter Pacult aber erst gar nicht befassen, auf eine Einschätzung der Chancenverteilung im Titel-Dreikampf verzichtete der Rapid-Trainer ebenso. "Wir schauen auf uns und wollen in Mattersburg gewinnen. Alles andere können wir eh nicht beeinflussen", erklärte der Wiener, der neben dem verletzten Markus Katzer und dem gesperrten Andreas Dober ziemlich sicher auch Markus Heikkinen (erkrankt) und Veli Kavlak (Knieprobleme) vorgeben muss.

Schon zweimal in den vergangenen Wochen - nach dem 1:1 in Salzburg und dem 0:1 gegen die Austria - wurde der Rekordmeister im Titelrennen abgeschrieben, dennoch existiert auch vor der letzten Runde noch die Chance auf Platz eins. "Wir haben immer gesagt, dass wir darum kämpfen werden, so lange es theoretisch möglich ist. Was ich nur nicht verstanden habe ist, dass nie irgendwer von der Austria geredet hat, und jetzt ist sie vorn dabei", sagte Pacult.

Mit knappen Entscheidungen in der letzten Runde hat der 50-Jährige in seiner Spieler-Zeit schon einmal positive Erfahrungen gemacht. Am 11. Juni 1994 kämpfte der damalige Stürmer in der 2. deutschen Liga mit 1860 München gegen St. Pauli um den letzten verbliebenen Aufstiegsplatz - der Hamburger Verein verlor in Wolfsburg, 1860 siegte durch ein Pacult-Tor in Meppen mit 1:0 und war erstmals seit 1981 wieder erstklassig.

Hatten es die "Löwen" damals aufgrund des besseren Torverhältnisses vor dem letzten Spiel selbst in der Hand, so muss Rapid diesmal auf ein Wunder hoffen. Wenn es nicht eintreten sollte, geht es laut Pacult noch immer um einen erfolgreichen Saison-Abschluss. "Es werden viele Fans von uns nach Mattersburg kommen, und von ihnen wollen wir uns mit einem Sieg verabschieden", meinte der Rapid-Coach.

Die brisante Konstellation im Titelkampf beschert den Mattersburgern erstmals seit langer Zeit wieder einen Massenansturm. Zuletzt saßen gegen Ried nur 1.500 Zuschauer im Pappelstadion, das Höchste der Gefühle waren im Frühjahr gezählte 4.873 Gäste gegen die Austria. Diesmal werden rund 15.000 Zuschauer erwartet, von denen die Mehrheit im Lager der Hütteldorfer steht.

Wenn auch ein Auswärtsspiel droht, so freut sich Mattersburg-Trainer Franz Lederer dennoch über das große Interesse an der Partie. "Das ist noch einmal eine wunderbare Gelegenheit, vor einer Kulisse zu spielen, die wir lange nicht mehr gehabt haben. Das Match hat eine große Wertigkeit, das ist sicher eine positive Geschichte für uns."

Im Titelkampf wollte Lederer, der auf seinen gesperrten Top-Torjäger Robert Waltner verzichten muss, keine Prognose mehr abgeben. "Da habe ich mich schon vor Wochen zu weit rausgelehnt, weil ich Salzburg nach dem 1:1 gegen Rapid klar durch gesehen habe. Aber momentan scheint alles möglich."

Auch die Grün-Weißen hat Lederer noch nicht abgeschrieben. "Hemmend ist die Ausgangsposition für sie nicht, ganz im Gegenteil. Sie haben ein Spiel, das sie gewinnen müssen, und dementsprechend werden sie auftreten. Aber Rapid wird es schwer gegen uns haben. Wir werden alles versuchen, um zu punkten", versprach der Burgenländer.

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