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Der Uruguayaner machte den Unterschied aus © APA (dpa)

Atletico Madrid hat dank Diego Forlan am Mittwochabend die erste Auflage der neuen Fußball-Europa-League gewonnen. Der

Atletico Madrid hat dank Diego Forlan am Mittwochabend die erste Auflage der neuen Fußball-Europa-League gewonnen. Der uruguayische Teamstürmer sorgte mit seinem Doppelpack beim 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Fulham für den erst zweiten Europacupsieg in der Vereinsgeschichte nach jenem im Cup der Cupsieger 1962. "Forlan öffnet das Tor zum Himmel", titelte die Zeitung "El Mundo".

Der 30-Jährige machte vor den Augen des spanischen Kronprinzen Felipe nach dem 1:0 (32.) mit seinem von Hangeland noch leicht abgefälschten Außenrist-Treffer nach Agüero-Zuspiel auch den Triumph in der 116. Minute perfekt. "Ich bin immer happy, wenn meine Tore Spiele entscheiden oder wir dadurch Titel gewinnen. Ich bin sehr zufrieden und genieße den Triumph", sagte Forlan. Der Atletico-Topangreifer sicherte seinem Team damit den ersten Titelgewinn überhaupt seit der Saison 1995/96, die mit dem Double-Gewinn zu Ende gegangen war.

Für Forlan hat der Europa-League-Sieg auch einen höheren Stellenwert, als der in der Vorsaison gewonnene "Goldene Schuh" für Europas besten Torjäger. "Das vergangene Jahr war großartig. Aber es ist noch viel schöner, mit der Mannschaft einen Titel zu gewinnen", meinte Forlan. Der Uruguay-Angreifer, der auch bei der WM in Südafrika für die nötigen Tore sorgen soll, war auch schon im Halbfinale gegen Liverpool im Alleingang sowie im Sechzehntelfinale gegen Galatasaray Istanbul mit einem Last-Minute-Treffer für den Erfolg seiner Truppe hauptverantwortlich gewesen.

Ein großer Anteil des Erfolgs ist vor allem auch Coach Quique Sanchez Flores zuzuschreiben. Der 45-Jährige hatte das Atletico-Ruder erst im November 2009 übernommen und die Truppe neben dem Europacupsieg von der Abstiegszone auf derzeit Rang neun sowie ins nationale Cup-Finale (am 19. Mai in Barcelona gegen den FC Sevilla) geführt.

"Ich bin sehr zufrieden, wir haben unser Ziel erreicht. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler", sagte der Atletico-Coach. Vor allem, da er gewusst hatte, dass es gegen die sehr gut organisierten Londoner schwierig werde, Tore zu erzielen. "Wir haben die Saison schlecht angefangen, aber großartig beendet. Jetzt sollen die Fans einfach ein paar Tage feiern", fügte der Erfolgstrainer hinzu.

Bereits unmittelbar nach dem Abpfiff strömten spontan 40.000 Fans am Neptun-Brunnen in Madrid zusammen und feierten mit Sprechchören wie "Atleti! Atleti!" oder "Wer nicht hüpft, der ist Real-Fan" eine rauschende Fiesta bis in die Morgenstunden. Da waren dann auch fast alle Anhänger aus Hamburg zurückgekehrt, die wegen des überlasteten Flughafens in der Hansestadt teilweise stundenlang auf ihren Rückflug hatten warten müssen.

Das Sportblatt "Marca" schrieb: "Dies war der Tag, an dem sich die Geschichte Atleticos wandelte." Atletico steht in Spanien nämlich in dem Ruf, als "ewiger Verlierer" seine Fans ständig leiden zu lassen.

Für die Londoner, die im Laufe des Bewerbs unter anderem den Titelverteidiger Schachtjor Donezk und Juventus Turin ausgeschaltet hatten, erfüllte sich die Hoffnung auf den ersten europäischen Sieg in der 131-jährigen Vereinsgeschichte nicht, trotzdem präsentierten sie sich als faire Verlierer. "Unsere Fans, der ganze Verein und wir Spieler können stolz sein", brachte es der australische Fulham-Goalie Mark Schwarzer auf den Punkt.

Das sah auch Coach Roy Hodgson so. "Ich könnte nicht stolzer auf meine Mannschaft sein, für die Leistung in dieser Saison und den Auftritt im Finale", lobte der 62-Jährige seine am Ende aber doch verdient unterlegene Truppe, für die Simon Davies in der 37. Minute den Ausgleich erzielt hatte. "Es war eine super Erfahrung gegen große europäische Mannschaften zu spielen", fügte Fulhams-Trainer hinzu.

Hodgson erlebte damit allerdings ein Deja-vu, vor 13 Jahren hatte er als Inter-Mailand-Trainer im Finale des Vorgängerbewerbs UEFA-Cup gegen Schalke 04 verloren. Durch die Finalniederlage wird den Fans in der nächsten Saison im "Craven Cottage" kein internationaler Fußball geboten, die Londoner beendeten die Premier-League-Saison nur als Zwölfter.

Trotzdem wird der am Dienstag von den englischen Trainern und Managern zum Coach des Jahres in England gewählte Hodgson wohl dem Verein erhalten bleiben. "Ich habe einen Vertrag, und so weit ich weiß, ist das der Platz, an dem ich in der nächsten Saison sein soll", sagte der Fulham-Coach. Hodgson ist durch den Höhenflug in der Europa League auch für andere Vereine interessant geworden, so soll etwa auch Liverpool über eine Verpflichtung nachgedacht haben

(Schluss) ttr/gö

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