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Bilic zollt Österreich Respekt, will aber gewinnen © APA (Archiv/epa)

Slaven Bilic, Trainer des kroatischen Fußball-Teams, hat der ÖFB-Elf vor dem Testspiel in Klagenfurt am Mittwoch Rosen

Slaven Bilic, Trainer des kroatischen Fußball-Teams, hat der ÖFB-Elf vor dem Testspiel in Klagenfurt am Mittwoch Rosen gestreut. "Österreich hat eine starke Mannschaft und ist in guter Verfassung", sagte Bilic im Trainingscamp der Kroaten in Bad Tatzmannsdorf. Doch er stellte auch klar: "Natürlich erwarte ich, dass wir gewinnen."

Bilic machte einen Blick zurück. "Vor der EURO hat man davon gesprochen, dass Kroatien gegen Österreich der Favorit ist. Doch bei der EURO hat man gesehen, dass Österreich einige Spieler hatte, die uns Probleme bereiten konnten, und sie haben das auch getan", erinnerte Bilic an die Mühen beim 1:0-Sieg über Österreich im ersten EM-Spiel. "Österreich hat gegen Kroatien sehr gut gespielt. In der zweiten Hälfte waren sie besser. Auch gegen Deutschland war nur ein Traumtor von Ballack (der Unterschied, Anm.)."

Trotz der zahlreichen Veränderungen sei Österreich aber auch zwei Jahre danach eine "gute Mannschaft". "Sie haben einen sehr guten Trainer, sind ein Team mit viel Energie." Bilic attestierte Österreich auch taktische Kompetenz. "Sie spielen kompakt, eng, sind in einer guten taktischen Verfassung. Es ist sehr schwer, durchzukommen. Uns sie sind konterstark."

Bilic, der ohnehin auf zahlreiche seiner Stammkicker verzichten muss, hat mit dem gebürtigen Brasilianer Eduardo Alves da Silva ein weiteres Sorgenkind dazubekommen. Am Sonntag musste "Dudu" das Training wegen Rückenschmerzen abbrechen. "Wir hoffen, dass er sich bis Mittwoch erholt", sagte Teamarzt Boris Nemec. Bilic blieb dennoch optimistisch. "Sechs Spieler sind verletzt, drei beim U21-Team, Olic und Pranjic spielen im Champions-League-Finale. Wir werden aber dennoch versuchen, gut zu spielen. Und bei allem Respekt vor Österreich erwarte ich auch, dass wir gewinnen."

Eduardo hatte wegen eines Beinbruchs die EURO 2008 in Österreich verpasst. Aber selbst wenn Bilic mit Ivica Olic ohnehin ein Top-Stürmer fehlt, hat er selbst bei einem Ausfall des Arsenal-Strikers hochkarätige Alternativen. Aus den Probe-Spielchen im Training ließ sich laut kroatischen Medienberichten eine Offensiv-Variante mit dem Duo Mladen Petric (Hamburger SV) und Nikica Jelavic (Rapid) herauslesen.

Jelavic warnte vor dem Mittwoch-Spiel vor allem vor Marc Janko. "Er ist sehr groß und bewegt sich wunderbar", wurde der Rapid-Stürmer in "Vecernji list" zitiert, "er wird für uns am gefährlichsten sein." Das Match werde mit Sicherheit "nicht leicht", so Jelavic, "man muss nur an das Spiel bei der EURO 2008 erinnern."

Schon damals logierten die Kroaten vor und während des Großereignisses in Bad Tatzmannsdorf. Und kehrten nun mit Freude zurück. "Wir fühlen uns hier wie zu Hause", sagte Bilic. "Ich hoffe, dass wir nicht zum letzten Mal hier sind." Eine klangvolle Absichtserklärung in den Ohren von Bad Tatzmannsdorfs Bürgermeister Ernst Karner: "Kroatiens Teamcamp während der EURO war ein Impuls. Man kann da schon von Nachhaltigkeit sprechen. 10.000 Nächtigungen sind allein auf die Fußballcamps zurückzuführen."

Fußball-Arena-Geschäftsführer Peter Prisching freute sich über eine zwischen 4. Juni und 3. August bereits ausgebuchte Arena mit Kunst- und Naturrasenplatz. "Die Kroaten sind echte Freunde. Das Spiel gegen Österreich ist in Kärnten, da hätten sie nicht unbedingt hierher kommen müssen." Um dem Interesse an den Trainingslagern in der Kurgemeinde besser gerecht werden zu können, hat man bereits expandiert. Die Sportanlagen in den nahe gelegenen Gemeinden Oberwart, Unterschützen und Stuben sind nun ebenfalls Partner der Fußball-Arena.

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