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Der Portugiese wird wohl Inter verlassen © APA (epa)

Mit dem 2:0-Finalsieg über Bayern München hat sich Inter Mailand am Samstagabend in Madrid zum ersten Mal seit 45 Jahren die

Mit dem 2:0-Finalsieg über Bayern München hat sich Inter Mailand am Samstagabend in Madrid zum ersten Mal seit 45 Jahren die Krone im europäischen Club-Fußball aufgesetzt. Selbst im Freudentaumel des Champions-League-Triumphs aber fürchten die Inter-Fans um die Zukunft des Teams, das durch den Doppelpack des Argentiniers Diego Milito als erste italienische Truppe das Triple eroberte.

Befeuert werden die Ängste der Inter-Fans in erster Linie vom Abgang von Trainer Jose Mourinho. Der Portugiese, der als erst dritter Coach nach Ernst Happel und Ottmar Hitzfeld mit zwei Vereinen (FC Porto, Inter) die Champions League gewinnen konnte, tendiert zu einem Wechsel zu Real Madrid und blieb für Gespräche mit dessen Präsident Florentino Perez nach dem Endspiel auch in der spanischen Hauptstadt. Mourinho, extrem ehrgeiziger Meister der Selbstinszenierung, hat ein Ziel, das sich mit Inter nicht realisieren lässt: "Ich will der Erste sein, der die Champions League mit drei Clubs gewinnt", sagte der 47-Jährige.

Möglich gemacht hat den ersten Triumph seit 1965 nicht zuletzt Inter-Präsident Massimo Moratti, der den Pokal noch vor allen anderen in die Hände gedrückt bekam. Der Öl-Tycoon hatte seit 1995 rund 850 Millionen Euro in neue Spieler investiert, um diesen Moment erleben zu dürfen.

Aber erst Mourinho formte aus traditionell exklusiven Einzelkönnern bei Inter Europas bestes Team. "Es ist nicht das Geld, das Siege bringt, sondern die Haltung, die Mentalität, und der Zusammenhalt. Das habe ich zu Inter gebracht", sagte der Portugiese. Nun will Real Madrid davon profitieren, nach spanischen Medienberichten soll Mourinho bei seinem Vier-Jahres-Kontrakt 10 Millionen netto jährlich kassieren.

Doch nicht nur der Abgang Mourinhos könnte Inter schwächen, befürchtet wird auch, dass der scheidende Trainer Inter-Spieler nach Spanien lotsen könnte. Spanische Medien sehen Starstürmer Milito und den Brasilianer Maicon bereits beim "Weißen Ballett". Selbst Spielmacher Wesley Sneijder kann sich eine Rückkehr zu den "Königlichen" offenbar vorstellen. "Inter wird mich nicht gehen lassen. Es ist noch zu früh, zurückzukehren", sagte der Niederländer.

In München regierte hingegen trotz der ersten Enttäuschung auch Zuversicht: "Die Mannschaft hat eine große Zukunft vor sich, weil sie so viele junge Spieler hat", sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Zu den Hoffnungsträgern zählt auch der junge Österreicher David Alaba, der sich seinen Platz freilich erst erkämpfen muss.

Als weiteres Aufbruchs-Signal kann zudem die Vertragsverlängerung mit Franck Ribery gewertet werden, der den Deutschen im Finale wegen einer Sperre so schmerzlich fehlte, aber weitere fünf Jahre an der Isar bleibt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erinnerte beim Bankett an das tränenreiche Finale von Barcelona, dem zwei Jahre später der große Triumph folgte. Spätestens 2012 soll es wieder so weit sein, da steigt das Endspiel in der Königsklasse in der Münchner Allianz-Arena.

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