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Maradona setzt auf Messi © APA (epa)

Diego Maradona hat Argentiniens neuem Wunderstürmer Diego Milito auch nach seinem Doppelpack im Champions-League-Finale gegen

Diego Maradona hat Argentiniens neuem Wunderstürmer Diego Milito auch nach seinem Doppelpack im Champions-League-Finale gegen Bayern München (2:0) keinen Stammplatz für die Fußball-WM in Südafrika in Aussicht gestellt. Die Argentinier haben im Angriff ein wahres Luxusproblem. Gleich sechs Hochkaräter hat Maradona in seinem 23-Mann-Kader - da ist auch der 30-jährige Goalgetter nur einer von vielen.

"Ich bin nicht überrascht von Milito", betonte Maradona in Buenos Aires. "Er hat zwei großartige Tore erzielt, die gezeigt haben, warum er dabei ist." Der Mittelstürmer hatte Inter Mailand neben dem Cupsieg in der letzten Runde auch den Meistertitel gerettet - und damit ein historisches Triple beschert. "Er hat eine spektakuläre Saison gehabt. Aber die hatten auch Lio, Tevez und Kun", betonte Maradona.

Der Teamchef spielte damit auf Weltfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona, den in Argentinien äußerst beliebten Carlos Tevez von Manchester City und seinen Schwiegersohn Sergio Aguero von Atletico Madrid an. Maradona denkt drei Wochen vor der WM zwar über einen Drei-Mann-Sturm mit einem etwas zurückgezogenen Messi nach, in der Stürmerhierarchie dürfte aber auch noch Gonzalo Higuain von Real Madrid vor Milito kommen.

"Wer auch immer in der besten Form ist, wird spielen", erklärte Maradona. "Es gibt keine erste Elf und keine Reservisten in meinem Kader." Vorerst wurde allerdings erwartet, dass Maradona im letzten WM-Testspiel auf heimischem Boden in der Nacht auf Dienstag gegen Kanada mit Higuain, Messi und Tevez beginnen dürfte. Routinier Martin Palermo vom Maradona-Club Boca Juniors, der der "Albiceleste" mit einem späten Tor gegen Uruguay überhaupt erst die WM-Quali gerettet hatte, sitzt auf der Bank.

Maradona, der das Amt im Oktober 2008 übernommen hatte, macht sich außerdem Sorgen um die kurze Vorbereitungszeit. "(Beim WM-Titel) 1986 hatten wir 70 Tage Zeit zur Vorbereitung, heute sind es nicht einmal 20 Tage, die ich mit meinem ganzen Kader zur Verfügung habe", beschwerte sich der ehemalige Weltklasse-Kicker. Die Argentinier starten am 12. Juni gegen Nigeria in die WM. Die weiteren Gegner in Gruppe B sind Südkorea und Griechenland.

Seine Zuversicht will sich Maradona, der sich zuletzt einen Bart wachsen hatte lassen, auch von Kritik an seiner nicht gerade sattelfesten Defensive nicht nehmen lassen. "Ich glaube, dass wir alles haben, um zu gewinnen und eine große WM zu spielen", sagte der einstige Weltklasse-Kicker. "Wir wissen, dass wir nicht die Favoriten sind, aber wir sind hungrig nach Ruhm." Schlüsselspieler sei Messi, der sein Potenzial im Nationalteam bisher nur selten abgerufen hat. Maradona: "Ich danke Gott, dass er Argentinier ist."

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