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Der Deutsche steht in Diensten von Aserbaidschan © APA (epa)

Neben neun WM-Startern haben aktuell auch zahlreiche andere Fußball-Nationalmannschaften Trainingscamps auf österreichischem

Neben neun WM-Startern haben aktuell auch zahlreiche andere Fußball-Nationalmannschaften Trainingscamps auf österreichischem Boden aufgeschlagen. Unter anderem der Weltranglisten-109. Aserbaidschan, der in der Qualifikation zur EM 2012 auf Österreich treffen wird. Star des Teams ist Teamchef Hans Hubert Vogts, der in Seekirchen der APA ein Interview gab.

Bezüglich der Quali für die EM 2012 in Polen und der Ukraine gibt sich der ehemalige deutsche "Bundes-Berti" (1996 mit Deutschland Europameister) keinerlei Illusionen hin. Das deklarierte Ziel ist der fünfte und vorletzte Gruppenplatz. "Für uns ist es eine leichte Gruppe", meinte Vogts mit einem Schmunzeln und fügte hinzu: "Wir wissen, dass unser Gegner Kasachstan heißt. Und wir wissen, dass wir sehr viel lernen können und müssen, von Österreich, Belgien, Deutschland und der Türkei. Das ist unsere Ausgangsposition."

Vogts, der zuvor auch Teamchef in Kuwait (2001-2002), Schottland (2002-2004) und Nigeria (2007-2008) war, ist seit 2008 im Amt. Mit seinem Trainerstab, dem unter anderem Ex-Deutschland-Tormann Uli Stein angehört, baut der 63-Jährige seitdem eine junge aserbaidschanische Mannschaft auf, die ein Versprechen für die Zukunft werden könnte.

Beim 1:1 am Mittwoch im Test gegen Moldawien, den auch ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini mitverfolgte, gehörten neun Spieler zum Aufgebot des A-Teams, die auch noch fürs U21-Team spielberechtigt wären. "Das ist der einzige Weg, damit Aserbaidschan in fünf, sechs Jahren halbwegs eine Chance in Europa hat. Dass wir aktuell keine Chance haben, ist klar", so Vogts über den Weg der Jugend.

Den Quali-Duellen mit seiner Heimat Deutschland wollte er keine spezielle Bedeutung zumessen. "Wir sind froh, dass wir uns mit diesen gut spielenden Mannschaften messen dürfen, dazu zähle ich aber nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich."

Auch Österreich sei klar über Aserbaidschan zu stellen. "Logisch, wir sind die Nummer 109 der Weltrangliste", so Vogts. Der Deutsche gab sich dabei aber natürlich auch als höflicher Gast in Österreich, schließlich steht die ÖFB-Auswahl als 68. auch nicht gerade rosig da.

Bevor Anfang September der Startschuss zur EM-Quali fällt, wird aber noch ab 11. Juni in Südafrika der Weltmeister gekürt. Den Deutschen traut Vogts auch ohne den verletzten Kapitän Michael Ballack extrem viel zu. "Deutschland zählt zu den Favoriten, mit oder ohne Ballack. Okay, der Leader fehlt, aber sie werden die Last auf andere Schultern verteilen. Für Deutschland ist immer alles möglich. Ich drücke die Daumen, dass sie sehr weit kommen."

Vogts, der als Spieler 96 Mal für Deutschland im Einsatz und unter anderem Weltmeister 1974 war, ist auf den Trainerbänken in Aserbaidschan nicht der einzige prominente Legionär. So hat Arsenal-Legende Tony Adams den FC Gabala übernommen. Der ehemalige englische Teamverteidiger ist mit der Formulierung seiner Ziele weit weniger vorsichtig als Vogts, er will mit Gabala in die Gruppenphase der Champions League. Vogts Landsfrau Sissy Raith hat das Teamchef-Amt von Aserbaidschans Frauen übernommen.

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