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David Suazo (Genua) wird für Honduras stürmen © APA (epa)

Lediglich die deutsche Polizei hat den WM-Plan von Honduras bei der elfstündigen Busreise nach Kärnten ein wenig

Lediglich die deutsche Polizei hat den WM-Plan von Honduras bei der elfstündigen Busreise nach Kärnten ein wenig durcheinandergebracht. Der Materialwagen der Fußballer aus Mittelamerika wurde nämlich mit 1,5 Tonnen Übergewicht gestoppt, das überschüssige Gepäck musste in einen zusätzlichen Bus verfrachtet werden, zudem gab's eine Geldstrafe von rund 300 Euro.

In ihrem Quartier in Tröpolach sowie auf dem Trainingsplatz des SC Hermagor genießen die Honduraner, in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 38, nun die Ruhe vor dem Sturm. Und Teamchef Reinaldo Rueda, ein Kolumbianer, fühlt sich auch in der Rolle des Außenseiters in der schwierigen Gruppe H mit Spanien, Chile und der Schweiz sehr wohl.

"Wir haben keinen Druck, das könnte unser Vorteil sein", meinte der 53-jährige Rueda, der mit seinem defensiv und körperlich starken Team vor dem Camp in Kärnten zehn Tage lang in Walldorf (Deutschland) Station gemacht hatte. Wenn Rueda und Co. so etwas wie Druck verspüren, dann aufgrund ihrer Hoffnungen, den Menschen im extrem armen und politisch gebeutelten lateinamerikanischen Staat durch die eine oder andere Überraschung noch mehr Freude zu schenken.

Für Honduras ist es die zweite WM-Teilnahme in der Geschichte (nach 1982). Schmerzlich vermissen werden die Honduraner ihren verletzten Top-Torjäger Carlo Costly, nun ruhen die Hoffnungen vor allem auf anderen Europa-Legionären wie Wilson Palacios (Tottenham), Maynor Figueroa, Hendry Thomas (beide Wigan), Edgar Alvarez (Bari), Victor Bernardez (Anderlecht) oder David Suazo (Genoa).

Suazo, der aller Voraussicht nach mit Urgestein Carlos Pavon (57 Tore in 95 Spielen) den WM-Sturm bilden wird, rechnet sich auch gegen den amtierenden Europameister und WM-Favoriten Spanien etwas aus. "Spanien ist die beste Mannschaft der Welt, das ist klar. Aber es ist eine Lüge, zu sagen, dass man Spanien nicht besiegen kann. Alles kann passieren."

Zahlreiche andere Kaderspieler stehen beim nationalen Meister Olimpia Tegucigalpa unter Vertrag, der Großteil der Kicker in der honduranischen Liga spielt für ein paar Hundert Dollar pro Monat. Die Anreise zur WM erfolgt erst am 9. Juni, damit ist Honduras eines der letzten Teams, das in Südafrika eintreffen wird.

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