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Ganz Innsbruck war aus dem Häuschen © APA (rubra)

Als Wacker-Stürmer Marcel Schreter in der 77. Minute am Freitagabend in Pasching zum 1:0 gegen die Red Bull Juniors

Als Wacker-Stürmer Marcel Schreter in der 77. Minute am Freitagabend in Pasching zum 1:0 gegen die Red Bull Juniors einköpfelte, war es vollbracht. Die Mission Wiederaufstieg in die Bundesliga wurde vom FC Wacker Innsbruck mit einem 2:0 gegen Salzburg erfolgreich abgeschlossen. Danach brachen fast alle Dämme: Die über 3.000 Fans stürmten das Spielfeld, um ihre Helden zu feiern.

"Unglaublich, eine der schönsten Tage meines Lebens", gestand Marcel Schreter, der bereits zuvor mit dem FC Wacker zwei Meistertitel (2003 Regionalliga, 2004 Erste Liga) gefeiert hatte. "In der Mannschaft wurde ich oft gehänselt, wann ich mein erstes Kopftor erziele. Dass es dann ausgerechnet so ein wichtiges war, ist sensationell", sagte der zweifache Familienvater, der Wacker auch nach dem Abstieg vor zwei Jahren die Treue gehalten hatte.

Und es war ausgerechnet Liga-Obmann Gerhard Stocker, der Innsbruck-Kapitän Pascal Grünwald im strömenden Regen den Meisterteller überreichen durfte. "Für mich war das schon sehr emotionell", gestand Stocker. Immerhin war es der Innsbrucker Unternehmer, der nach dem Konkurs des FC Tirols 2002 den FC Wacker Innsbruck neu gegründet und ihn schließlich als Obmann in die Bundesliga geführt hatte, um vor zwei Jahren von diesem Amt zurückzutreten.

Sportdirektor Oliver Prudlo, der mit den Tirolern als Spieler bereits vier Meistertitel gefeiert hatte, gestand, dass er knapp vor Schreters entscheidendem ersten Tor fast nicht mehr an den Aufstieg geglaubt hatte, immerhin hatte man gewusst, dass Admira bereits mit 4:0 in Hartberg geführt hatte. "Jetzt ist die Freude natürlich umso größer. Es war eine Frage der Geduld und des Willens der Mannschaft, ich bin überwältigt", gestand Prudlo, der sein Amt erst Anfang April angetreten hatte.

Auch für Walter Kogler, der in seiner aktiven Zeit gleich fünf Mal österreichischer Meister wurde, drei Mal mit dem FC Tirol, war der Meistertitel als Trainer eine Premiere: "Ich bin glücklich, zufrieden und stolz auf meine Truppe. Die Mannschaft hat das ganze Jahr an den Aufstieg geglaubt, hat dafür hart gearbeitet und jetzt den Lohn bekommen." Für ihn persönlich sei dass Erreichen des Meistertitels als Trainer viel schwieriger gewesen, dafür umso schöner. "Als Spieler schaute ich auf mich und meine Leistung. Jetzt habe ich Verantwortung für die ganze Mannschaft", betonte Kogler.

Ob Verantwortung oder harte Arbeit, das war den über 3.000 mitgereisten Tiroler Fans egal. Lautstark und mit vielen Transparenten feierten sie lange ihre Stars. "Die Legende lebt", war zu lesen und auch "Ein Stern geht immer wieder auf". Und auf den T-Shirts der Meisterkicker prangte in Anlehnung an einen chauvinistischen Tiroler Spruch: "Bisch a Tiroler, bisch a Aufsteiger!"

Die Fans, die mit über 20 Bussen angereist waren, harrten lange in Pasching aus, um schließlich den Mannschaftsbus mit der Meistertruppe auf seiner 307 Kilometer langen Fahrt nach Hause im Konvoi zu begleiten. Die Mannschaft feierte anschließend im Innsbrucker Kultlokal Hofgarten, wo unter Joachim "Jogi" Löw auch 2002 der bisher letzte österreichische Meistertitel zelebriert worden ist. Die offizielle Meisterfeier im internen Kreis gab es am Samstag mit einem Mittagessen.

Auch Neo-Obmann Kaspar Platter, der erst seit Anfang des Jahres an der Clubspitze steht, sprach noch in Pasching vom schönsten Tag: "Das sind so Momente, warum ich dieses Amt übernommen habe. Wir werden den Verein jetzt auf gesunde Beine stellen, um auch in der Bundesliga eine gute Figur abzugeben." Dem pflichtete sein Geschäftsführer Gerald Schwaninger bei: "Ab Montag werden wir Gas geben. Der FC Wacker muss langfristig in der Bundesliga verankert werden."

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