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Canori springt vorerst nicht ab © APA (Archiv/Eggenberger)

Einen Tag, nachdem das Ständige Neutrale Schiedsgericht dem SK Austria Kärnten die Fußball-Bundesliga-Lizenz endgültig

Einen Tag, nachdem das Ständige Neutrale Schiedsgericht dem SK Austria Kärnten die Fußball-Bundesliga-Lizenz endgültig verweigert hat, ist die Zukunft des Clubs völlig ungeklärt. Präsident Mario Canori will am Montag in einer Vorstandssitzung die weitere Vorgangsweise diskutieren. Ohne eine Finanzspritze der öffentlichen Hand sei eine Insolvenz des Vereins aber unausweichlich, erklärte er.

Zurücktreten will er vorerst nicht. "Ich bin Manns genug, das alles abzuwickeln", sagte Canori gegenüber der APA.

In den vergangenen Wochen hätte die Politik erstmals seit dem Tod von Landeshauptmann Jörg Haider ein Bekenntnis zum Verein abgegeben. Die ersten Reaktionen nach dem Nein aus Wien hätten zudem gezeigt, dass der Wille da sei, dass es weiterhin Fußball in Kärnten geben solle.

Diesem Wunsch würde er gerne nachkommen, meinte Canori, das sei aber nur möglich, wenn es öffentliche Unterstützung gebe: "Wenn man Fußball haben will, muss man Geld in die Hand nehmen." Mit einer Million Euro Unterstützung pro Jahr könnte der Club weitermachen, so Canori. Sollte es dann gewünscht sein, dass er bleibe, wäre er dazu bereit, allerdings nur dann, wenn das Ziel der Wiederaufstieg sei. Am Freitagabend hatte er noch gegenüber Medien erklärt, er sei für einen Amateurbetrieb nicht zu haben.

Die finanziellen Zusagen der Stadt Klagenfurt über insgesamt mehr als 1,3 Millionen Euro für den SK Austria Kärnten waren beschlussmäßig an die Erteilung der Lizenz geknüpft. Ob die Stadt auch ohne die Spielgenehmigung weiter Geld in den Club pumpen will, war vorerst offen. Bürgermeister Christian Scheider (FPK) war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ebenso unklar ist die Haltung des Landes Kärnten.

Landeshauptmann und Sportreferent Gerhard Dörfler (FPK) sprach nach der Entscheidung des Schiedsgerichts von einem sportpolitischen Skandal: "Scheinbar ist es darum gegangen, einen Wiener Verein, die Vienna, zu retten und dafür die Austria zu zerstören. Fakten und Garantien lagen auf dem Tisch." Da hätte man sich, so Dörfler, das Schiedsgericht überhaupt ersparen können. Ob das Land den Verein finanziell auffängt, sagte er nicht.

Sollte es Subventionen geben, könnte der SK Austria in der Regionalliga weitermachen. Muss Canori Insolvenz anmelden und schafft der Verein einen Ausgleich, müsste er voraussichtlich in die Kärntner Liga absteigen. Ein Antreten in der Regionalliga wäre von einer Genehmigung durch die Paritätische Kommission abhängig. Die Fußballakademie könnte nur dann beim Club verbleiben, wenn er zumindest in der Regionalliga spielt. Sperrt der Verein zu oder muss in die Kärntner Liga, würde der Kärntner Fußballverband die Akademie übernehmen.

Wie die Sache auch ausgeht, eines dürfte aber klar sein: Im Wörtherseestadion wird der SK Austria Kärnten wohl nicht mehr spielen. Denn wenn dem Verein die Stadionmiete schon in der Bundesliga zu teuer war, wären die Kosten bei den eher mäßigen Zuschauerzahlen in der Regional- oder Landesliga mit Sicherheit nicht leistbar.

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