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Neuseeländer bekamen Motivationsspritze © APA (Archiv)

Eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff konnte Ricki Herbert sein Glück noch immer nicht fassen. "Das war sicher der größte

Eine halbe Stunde nach dem Schlusspfiff konnte Ricki Herbert sein Glück noch immer nicht fassen. "Das war sicher der größte Sieg in unserer Fußball-Geschichte. Aber noch glücklicher bin ich über unsere Leistung", jubelte der neuseeländische Teamchef am Samstag über den sensationellen 1:0-Triumph im WM-Testspiel im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen Serbien.

"Dieses Spiel gibt uns viel Selbstvertrauen. Wir haben gezeigt, was wir können", sagte der Betreuer, dessen Mannschaft erst am späten Mittwochabend nach 40-stündiger Anreise im Trainingscamp in St. Lambrecht gelandet war und obendrein auf Middlesbrough-Legionär Chris Killen (Hochzeit) und Vize-Kapitän Tim Brown (Schulterverletzung) verzichten musste.

Die "All Whites" galten bei der Endrunde gemeinsam mit Nordkorea als der größte Außenseiter, seit dem Überraschungserfolg aber dürften die Gruppengegner Italien, Slowakei und Paraguay gewarnt sein. "Doch wir sind nach wie vor der Underdog", betonte Herbert. Bei aller Tiefstapelei hofft der 52-Jährige dennoch auf den großen Coup in Südafrika. "Mein Land hat bisher bei einer WM nur verloren, das wollen wir unbedingt ändern."

Bei der einzigen Endrunden-Teilnahme des Teams aus Ozeanien 1982 in Spanien setzte es drei Niederlagen und das Aus nach der ersten Gruppenphase, damals war Herbert als Spieler dabei. Nicht nur aus dieser WM, auch aus allen anderen Niederlagen gegen namhafte Gegner hat der 61-fache Teamspieler die Lehren gezogen und eine neue Taktik kreiert.

Vor drei Innenverteidigern beschäftigt sich eine Viererkette ebenfalls vornehmlich mit Verteidigen, vorne ist ein Trio für Nadelstiche zuständig. "Wir spielen mit diesem System schon seit ein paar Monaten. Das hat gegen Bahrain geklappt (Anm.: im entscheidenden WM-Play-off) und jetzt auch gegen Serbien. So werden wir bei der WM spielen, aber wir haben auch einen Plan B", meinte Herbert.

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