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Reina, Casillas und Valdes - Luxusproblem im Tor © APA (epa)

An sich wollte Spaniens Teamführung im WM-Trainingslager in Schruns eine Torhüter-Diskussion ja unterbinden, doch nach dem

An sich wollte Spaniens Teamführung im WM-Trainingslager in Schruns eine Torhüter-Diskussion ja unterbinden, doch nach dem Vormittags-Training am Dienstag goss sie selbst etwas Öl ins Feuer. Ausgerechnet Barcelona-Keeper Victor Valdes erschien gemeinsam mit Stürmer David Villa (Valencia, ab Sommer Barcelona) und Mittelfeldspieler Javi Martinez (Athletic Bilbao) zum Pressegespräch.

Die Debatte war damit wieder eröffnet. Die Frage, ob Valdes am Donnerstag gegen Südkorea sein Team-Debüt feiern wird, blieb aber unbeantwortet: "Das muss der Teamchef entscheiden."

Ursprünglich hatte Del Bosque für die drei Testspiele vor der WM eine Tormann-Rotation eingeplant gehabt. Casillas spielte auch wie vorgesehen am Samstag in Innsbruck das Match gegen Saudi-Arabien, am Donnerstag gegen Südkorea sollten sich Pepe Reina (Liverpool) und eben Victor Valdes abwechseln. Für Valdes wäre das neuerliche Match im "Tivoli neu" sein Debüt, pikanterweise auf den Tag genau zehn Jahre, nachdem Iker Casillas am 3. Juni 2000 in Göteborg gegen Schweden (1:1) erstmals das Tor der "Seleccion" gehütet hatte.

Seither hatte der "Portero" von Real Madrid den Posten zwischen den Pfosten im Nationalteam 103 Mal inne, nur einer - Andoni Zubizarreta mit 126 - trug öfter das Teamleiberl. Allerdings gibt es innerhalb der spanischen Presse eine Fraktion, die Valdes für die bessere Lösung hält. Dass der spanische Kapitän am Samstag beim 3:2-Sieg gegen Saudi-Arabien das zwischenzeitliche 0:1 mitverschuldete, war nur Wasser auf den Mühlen der Casillas-Kritiker.

Dass an "Iker" zuletzt Zweifel laut wurden, ist für Valdes indes unverständlich. Dazu habe dieser einfach zu viele Verdienste und ein zu hohes Niveau. Allerdings fühlt sich der Schlussmann des FC Barcelona auch nicht als "Nummer drei" im Team: "Mir ist von einer Rangordnung nichts bekannt. Ich sehe es als Glück, dass ich mit zwei so guten Leuten zusammenarbeiten darf." Die Kooperation mit Casillas und Reina funktioniere jedenfalls problemlos, wie die Stimmung im spanischen Team überhaupt bestens sei: "Ich wurde gut aufgenommen, bin bereits gut integriert und dafür wirklich dankbar."

Stümer-Star David Villa wollte sich auf eine Keeper-Diskussion erst gar nicht einlassen: "Wir sind uns bewusst, dass unsere Tormänner in 90 Prozent aller Nationalteams jeweils die Nummer eins wären. Jeder hat seine Verdienste. Bei Leuten von dieser Qualität kommt es eben zu solchen Diskussionen. Aber sie arbeiten sehr gut zusammen und wer spielt, wird sein Bestes geben." Vielleicht - so wird im spanischen Lager gemunkelt - wird Del Bosque ja auf seine Art den Debatten den Wind aus den Segeln nehmen wollen und am Donnerstag doch mit Casillas beginnen. Als Zeichen, wer die Nummer eins ist...

Aber auch an vorderster Front gab es Gesprächsstoff: Liverpools Stürmerstar Fernando Torres erschien Dienstagvormittag nicht zum Training auf der Sportanlage in Schruns. Der Hintergrund war jedoch wenig aufregend. Im Gegensatz zum Montag, an dem er an beiden Sessions teilgenommen hatte, unterzog sich "El nino" einem Spezialprogramm, das ihm nach seiner Knieoperation wieder auf die Sprünge helfen soll.

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