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Den Ex-Chelsea-Star zieht es in die Bundesliga © APA (Archiv/epa)

Die schnöde Trennung von Deutschlands verletztem Fußball-Teamkapitän Michael Ballack hat dem englischen Fußball-Meister und

Die schnöde Trennung von Deutschlands verletztem Fußball-Teamkapitän Michael Ballack hat dem englischen Fußball-Meister und Pokalsieger FC Chelsea auch etwas Kritik aus Reihen der britischen Sportpresse eingebracht. Während dem Club "Skrupellosigkeit" angelastet wurde, erklärte Ballack selbst, seine Karriere in Europa fortsetzen zu wollen.

"Ich will in Europa bleiben", erklärte Ballack der britischen Tageszeitung "The Times" (Donnerstag). Der 33-Jährige sprach andeutungsweise von einer Rückkehr in die deutsche Bundesliga. "Ich bin ein stolzer Deutscher, der immer gern in Deutschland gelebt hat. Ich habe zu Hause ein paar Optionen." Ein Karriereende sei jedenfalls keine Option. Er wolle noch mindestens zwei Jahre "auf höchstem Niveau" spielen, um mit Deutschland an der EM 2012 teilzunehmen. Eine Zukunft als Fußball-"Rentner" in den Vereinigten Staaten oder einem Golfstaat stehe nicht zur Debatte.

Ballack fällt der Abschied enorm schwer. "Ich habe diesen Club geliebt. Sie haben mir immer das Gefühl vermittelt, willkommen zu sein. In der Mannschaft herrschte eine spezielle Atmosphäre. Chelsea hat nicht die Historie von Liverpool und Manchester, aber wächst als Verein. Ich wünsche ihnen alles Gute." Er selbst hätte nichts mehr zu seinem Verbleib beitragen können. "Es lag nicht in meiner Hand, sondern an Roman Abramowitsch", erklärte Ballack die Weigerung der Londoner, seinen Vertrag nach vier Saisonen um weitere zwei Jahre zu verlängern.

In Englands Presse wurde das Chelsea-Aus für Ballack auch kritisch kommentiert. "Rätselhaft" nannte sie der Fachkorrespondent der "Times", Matt Hughes. Die Tageszeitung "The Independent" empfand Chelseas Umgang mit Ballack und dem englischen Nationalspieler Joe Cole, der am Mittwoch ebenfalls kein neues Vertragsangebot erhalten hatte, "skrupellos". "Sein Abschied mag von den Fans nicht beweint werden, aber er wird Chelsea fehlen", sagte Hughes in einem Beitrag für den "Times"- Internetblog "The Game" voraus.

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