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Der Trainerfuchs schwärmt auch vom eigenen Team © APA (epa)

Spaniens Teamchef Vicente del Bosque zeigt Respekt vor der Schweiz, am Mittwoch in Durban in Gruppe H Auftaktgegner des

Spaniens Teamchef Vicente del Bosque zeigt Respekt vor der Schweiz, am Mittwoch in Durban in Gruppe H Auftaktgegner des Fußball-Europameisters bei der WM-Endrunde in Südafrika. "Diesen Gegner müssen wir sehr respektieren", sagte der 59-Jährige in einen Interview mit der "Sportinformation Zürich". Die Schweiz könne sich mit jeder europäischen Mannschaft messen, meinte Del Bosque anerkennend.

Er habe die WM vor vier Jahren nicht vergessen: "Die Schweizer schlugen Südkorea und Togo. Gegen den Finalisten Frankreich erreichten sie ein Unentschieden. Gegen die Ukrainer schieden sie erst im Penaltyschießen aus. Die solide und erfolgreiche WM-Qualifikation spricht für sich." Er kenne alle Schweizer Spieler gut, wolle aber nicht über Namen sprechen. "Die Mischung zwischen alten und jungen Spielern stimmt in dieser Mannschaft. Viele junge Wölfe sind im Ausland unter Vertrag."

Außerdem habe die Schweiz mit Ottmar Hitzfeld einen "großen" Teamchef. Hitzfeld sei "einer der besten Trainer der Welt." Die Ausgangslage in der Gruppe H, in der noch Honduras und Chile spielen, schätzte Del Bosque als "ausgeglichen" ein. "Jeder von unseren Gegnern kann eine Überraschung schaffen. Darum müssen wir uns perfekt vorbereiten, um am Ende nicht mit einer großen Illusion dazustehen."

Angesichts der hohen Erwartungen an sein Team gab sich der frühere Coach von Real Madrid zurückhaltend selbstbewusst: "Unsere Resultate der jüngeren Vergangenheit waren tatsächlich fantastisch. Aber es ist eben auch so, dass es nichts Schwierigeres gibt, als eine WM zu gewinnen. Ja, Spanien spielt einen guten Fußball. Aber wir dürfen auf keinen Fall glauben, schon vor dem WM-Auftakt etwas gewonnen zu haben. Man darf Selbstvertrauen nicht mit Überheblichkeit verwechseln. Enthusiastisch zu sein, ist eine Sache, aber maßloser Optimismus ist etwas anderes. Die WM muss man erst einmal bewältigen. Ich möchte daran erinnern, dass Spanien die WM noch nie gewonnen hat. Es wird unheimlich schwierig, auch wenn dies ein paar in unserem Land nicht wahrhaben möchten."

Dennoch wollte der "Seleccionador" die Begeisterung für sein Team nicht verbergen: "Wir hatten schon in der Vergangenheit ein paar gute bis sehr gute Generationen. Aber im Vergleich zu damals ist die jetzige Equipe unglaublich. Sie hat Siege zur fast selbstverständlichen Gewohnheit gemacht. Das ist die Differenz. Die Erfahrungen, die meine Spieler in den vergangenen Jahren in der Champions League gesammelt haben, sind für den Erfolg essenziell."

Daher sei es mit dem Gewinn des Titels bei der "EURO 2008" auch gelungen, "einen alten Komplex zu besiegen." Dennoch gibt es für Del Bosque noch Verbesserungsmöglichkeiten: "Es ist immer möglich, sich zu verbessern. Die Perfektion im Spiel hat noch keine Equipe der Welt erreicht. Es bleibt noch Raum zur Steigerung. Ich denke vor allem an die Defensivarbeit und das Spiel ohne Ball." Gegenüber der spanischen Sportzitung "As" meinte Del Bosque in diesem Zusammenhang zusätzlich: "Wir müssen an uns glauben, dürfen uns aber nicht selbst überschätzen. Das ist der Weg, auf dem man so weit wie möglich kommen kann."

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