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Cesc Fabregas will Sieg gegen Eidgenossen © APA (epa)

Als letzte Mannschaft steigt am Mittwoch um 16.00 Uhr einer der ganz großen Favoriten der Fußball-WM in Südafrika ins

Als letzte Mannschaft steigt am Mittwoch um 16.00 Uhr einer der ganz großen Favoriten der Fußball-WM in Südafrika ins Turniergeschehen ein. Spanien hat vor zwei Jahren bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz den zweiten EM-Titel geholt und will sich in Südafrika nun erstmals auch zum Weltmeister küren. Im Auftaktspiel gegen die Schweiz sind die Spanier wie immer ganz auf Sieg eingestellt.

Die Erwartungshaltung in der Heimat ist enorm, auch die Stars von Barcelona und Real Madrid haben den WM-Pokal offiziell zum Ziel erklärt. "Niemand von uns hat im Kopf, ohne den WM-Pokal nach Hause zu kommen", sagte etwa Torhüter Iker Casillas. Als lautstarker Warner betätigte sich in den vergangenen Wochen Teamchef Vicente del Bosque, der sich mit der "Furia Roja" in Vorarlberg auf die WM vorbereitet hat.

"Unsere Resultate der jüngeren Vergangenheit waren tatsächlich fantastisch. Aber es ist eben auch so, dass es nichts Schwierigeres gibt, als eine WM zu gewinnen. Wir dürfen auf keinen Fall glauben, schon vor dem WM-Auftakt etwas gewonnen zu haben. Man darf Selbstvertrauen nicht mit Überheblichkeit verwechseln. Ich möchte daran erinnern, dass Spanien die WM noch nie gewonnen hat. Es wird unheimlich schwierig, auch wenn dies ein paar in unserem Land nicht wahrhaben möchten", erklärte er unlängst.

Doch die Bilanz in den vergangenen Jahren ist tatsächlich beeindruckend. In den vergangenen 47 Spielen bezogen die Spanier eine einzige Niederlage. Die passierte ausgerechnet in Südafrika mit einem 0:2 gegen die USA im Halbfinale des Confederations Cup im Vorjahr.

Allerdings ist nicht nur die Bilanz beeindruckend, sondern auch die Art und Weise, wie die Siege zustande kamen. Das Mittelfeld um Xavi, bei der EURO 2008 zum besten Spieler des Turniers gewählt, und Iniesta zieht regelmäßig das "Tiqui Taca" genannte Kurzpassspiel auf, das die Gegner zu Statisten degradiert. Im Angriff sorgen in der Regel EM-Torschützenkönig David Villa und Fernando Torres für die Tore. Del Bosque wird allerdings voraussichtlich auf Torres verzichten, der nach einer Knieoperation im April noch Trainingsrückstand hat. Iniesta dagegen sollte seine Muskelverletzung im Oberschenkel, die er bei der WM-Generalprobe gegen Polen (6:0) erlitten hatte, auskuriert haben.

"Wir hatten schon in der Vergangenheit ein paar gute bis sehr gute Generationen. Aber im Vergleich zu damals ist die jetzige Equipe unglaublich. Sie hat Siege zur fast selbstverständlichen Gewohnheit gemacht", gab sich aber auch Del Bosque selbstbewusst. Die übliche Respektbezeugung dem Konkurrenten gegenüber ließ er gleich folgen.

Die Schweiz ist gegen Spanien allerdings noch ohne Sieg und hat 15 der bisher 18 Länderspiele verloren. Entsprechend hoch lobte der Schweizer Teamchef Ottmar Hitzfeld die Iberer. "Spanien ist derzeit die beste Mannschaft der Welt. Wenn die Umstände passen, ist dieses Team für mich der Titelfavorit Nummer eins", sagte der Deutsche der Sportzeitung "As". Beeindruckend sei das spanische Team vor allem, weil es die perfekte Mischung von "Effizienz" und "Brillanz" darstelle.

Für eine "bescheidene Equipe" wie die Schweiz sei es äußerst schwierig gegen die "stärkste Mannschaft des Planeten" anzutreten, erklärte der frühere Erfolgstrainer bei Borussia Dortmund und Bayern München. Um gegen diesen Gegner bestehen zu können, müssten alle "unsere Spieler auf höchstem Niveau spielen und total überzeugt sein, dass eine Sensation möglich ist." Von zehn Spielen gegen Spanien würde die Schweiz derzeit wohl "acht verlieren", räumte der 61-jährige Deutsche ein, "aber es gibt immer noch diese beiden Möglichkeiten."

Während Spanier für ihn praktisch auf allen Positionen optimal besetzt sei, wäre es für die Schweiz schon ein großer Erfolg, die Gruppenphase zu überstehen. "Aber soweit dürfen wir gar nicht denken. Zuerst müssen wir danach trachten, eine gute Arbeit abzuliefern." Der Einzug in das Achtelfinale ist den Schweizern bei der WM 2006 in Deutschland gelungen, wo sie sich erst im Elfmeterschießen der Ukraine geschlagen geben musste. Das Turnier absolvierten die Eidgenossen ohne Gegentor, sie sind bei einer WM daher schon seit 394 Minuten ohne Gegentreffer. Das bisher letzte WM-Tor kassierten die Schweizer bei der WM 1994 in den USA - beim 0:3 gegen Spanien.

Gegen Spanien muss Hitzfeld auf Topstürmer Alexander Frei und Valon Behrami verzichten. Frei laboriert an einer Verstauchung im Sprunggelenk, Behrami muss wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel passen.

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