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Chile-Dribbler Alexis Sanchez (r.) in Spiellaune © APA (epa)

Chile hat am Mittwoch eine der spielerisch stärksten Darbietungen der bisherigen Fußball-WM auf den Rasen gezaubert. Mit

Chile hat am Mittwoch eine der spielerisch stärksten Darbietungen der bisherigen Fußball-WM auf den Rasen gezaubert. Mit Spielwitz, Ballsicherheit und Offensivgeist gewannen die jungen Südamerikaner ihr Auftakt-Match der Gruppe H in Nelspruit gegen Honduras 1:0 (1:0), dürftig war lediglich die Chancenauswertung. Den entscheidenden Treffer markierte Juan Beausejour in der 34. Minute.

Vor allem die Chilenen, in der Südamerika-Qualifikation hinter Brasilien auf Rang zwei, waren von Anpfiff weg darauf aus, den bis dato mickrigen Torschnitt und Unterhaltungsfaktor der WM aufzupolieren. Teamchef Marcelo Bielsa ließ überraschend Matias Fernandez und Jorge Valdivia und somit zwei Spielgestalter beginnen. Und das Konzept des Argentiniers, den sie "El Loco" ("Der Verrückte") nennen, ging voll auf.

Die Chilenen präsentierten sich spielfreudig und gefährlich. Vor allem wenn Alexis Sanchez, nicht nur aufgrund seiner "Übersteiger" quasi der Cristiano Ronaldo Chiles, den Ball hatte, brannte es im Strafraum der Honduraner meist lichterloh. Die Führung Chiles war nur eine Frage der Zeit und gelang hoch verdient in der 34. Minute. Mauricio Isla spielte den Ball von der rechten Seite zur Mitte, der Rettungsversuch von Sergio Mendoza traf Beausejour und landete im eigenen Tor.

Honduras wurde nur einmal vor der Pause gefährlich, ein Freistoß von Ramon Nunez wurde sichere Beute von Goalie Claudio Bravo (45.). Der Underdog lief zwar deutlich mehr als die Chilenen (14 km mehr), allerdings nur, weil man dem Ball und dem Gegner meist hinterher laufen musste. Vom Verwalten des knappen Vorsprungs hielt Chile lange Zeit nichts, stattdessen drückte man vehement auf die endgültige Entscheidung.

Doch Sanchez (62.), Waldo Ponce (64./sensationelle Parade von Torhüter Noel Valladares) und Vidal (76.) vergaben dicke Chancen. Vielleicht lag es auch daran, dass Chiles Top-Angreifer Humberto Suazo verletzungsbedingt nicht mitwirken konnte. Chile feierte dennoch den ersten Sieg bei einer WM seit dem Turnier im eigenen Land 1962. Seitdem hatte es 13 Spiele ohne vollen Erfolg gegeben, u.a. 1998 ein 1:1 gegen Österreich. Apropos Österreich: Isla und Arturo Vidal, die am Dienstag zu den besten Chilenen gehörten, waren dabei, als Chile im Juli 2007 bei der U20-WM in Kanada das Spiel um Platz 3 gegen die ÖFB-Burschen mit 1:0 gewann.

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