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Trainer Olsen kann aus dem Vollen schöpfen © APA (epa)

In der Gruppe E kommt es am Samstagabend in Pretoria bei der Fußball-WM in Südafrika zum "Duell der Verlierer" zwischen Kamerun

In der Gruppe E kommt es am Samstagabend in Pretoria bei der Fußball-WM in Südafrika zum "Duell der Verlierer" zwischen Kamerun und Dänemark. Während die Skandinavier beim 0:2 im Auftaktspiel gegen Titelanwärter Niederlande über weite Strecken eine solide Leistung boten, wurden die Afrikaner nach der 0:1-Niederlage gegen Japan für ihre katastrophale Vorstellung heftig kritisiert.

"Unser Teamgeist ist hervorragend und hat uns schon oft entscheidend geholfen, denn wir Dänen sind immer optimistisch. Das ändert sich auch nach einer Niederlage nicht", sagte Tormann Thomas Sörensen. Auch sein Teamchef Morten Olsen war guter Dinge, da er im Gegensatz zum ersten WM-Match wohl auf seinen gesamten Kader zurückgreifen kann.

"Kamerun hat eine sehr gute Mannschaft, aber wir können gewinnen, wenn wir alles geben. Wir haben einige Spieler, die nach Verletzungen immer besser in Form kommen, so dass wir diesmal mehr taktische Möglichkeiten haben werden", erklärte der 60-jährige Trainerfuchs.

Vor allem Arsenal-Stürmer Nicklas Bendtner, der am Montag in Johannesburg schon 62 Minuten durchhielt, obwohl er nach seiner Leistenzerrung noch angeschlagen war, machte zuletzt Fortschritte. Außerdem stehen ihm wieder Bremen-Legionär Daniel Jensen und Feyenoord-Stürmer Jon Dahl Tomasson zur Verfügung.

Bei Kamerun wird erneut der gegen Japan so enttäuschende Superstar Samuel Eto'o im Mittelpunkt stehen, wobei Olsen den Stürmer von Champions-League-Sieger Inter Mailand nicht speziell fürchtet. Er sei zwar ein "fantastischer Fußballer, aber ein Spieler allein gewinnt kein Spiel, die ganze Mannschaft tut es", betonte der Trainer der Dänen.

Die Negativserie des Gegners, der zuletzt acht Mal in Serie nicht gewonnen hat, dauert unterdessen an. Der letzte Sieg des WM-Viertelfinalisten von 1990 datiert vom 17. Jänner, als es in der Gruppenphase des Afrika-Cups einen 3:2-Sieg gegen Sambia gab. "Trotzdem dürfen wir nicht aufgeben, wir müssen gegen Dänemark gewinnen", forderte Eto'o, der diesmal im Zentrum die entscheidenden Akzente im Sturm setzen soll.

Bei den einst "Unbezähmbaren Löwen" wird es vermutlich die eine oder andere Umstellung geben, da die Spieler nach der Niederlage gegen Japan ihren umstrittenen französischen Teamchef Paul Le Guen wegen seiner Aufstellung öffentlich kritisiert hatten. "Es haben in den jüngsten Spielen, die unglücklich für uns gelaufen sind, vor allem junge, frische Spieler gespielt - auf Kosten von erfahrenen. Doch die Jungen sind dem Druck einer WM noch nicht gewachsen", meinte etwa Mittelfeldakteur Achille Emana. "Aus diesem Grund haben wir an unseren Coach appelliert, die Aufstellung für das Spiel gegen Dänemark zu überdenken."

Es gilt als fix, dass Arsenal-Mittelfeldspieler Alexandre Song in die Stammelf aufrückt, und sein 33-jähriger Onkel Rigobert Song soll die Defensivabteilung verstärken. Der von Kameruns Medien ungeliebte Le Guen tauchte nach der Niederlage am Montag unter und hat seither nicht mehr mit Medienvertretern gesprochen. Mit Spannung wurde daher die Abschluss-PK am Freitagabend erwartet.

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