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Platzverweis von Kaka © APA (Archiv/dpa)

Brasilien will der Sperre seines Spielmachers Kaka im abschließenden Gruppenspiel der Fußball-WM in Südafrika etwas Positives

Brasilien will der Sperre seines Spielmachers Kaka im abschließenden Gruppenspiel der Fußball-WM in Südafrika etwas Positives abgewinnen. Teamchef Carlos Dunga hat dadurch am Freitag (16.00 Uhr) in Durban gegen Portugal die Möglichkeit, Alternativen zum langsam in Form kommenden 28-Jährigen zu testen. Allzu viele kreative Mittelfeldspieler stehen nämlich nicht in seinem 23-köpfigen Aufgebot.

Am ehesten kommt der bisher zweifache Torschütze Elano für die zentrale Rolle infrage. Der bescheidene 29-Jährige von Galatasaray Istanbul, der bisher auf der rechten Seite im Einsatz gewesen ist, hatte sich bei einem Tritt von Ismael Tiote gegen die Elfenbeinküste (3:1) allerdings leicht am Schienbein verletzt. "Ich mache mir bei Elano für das Portugal-Spiel keine Sorgen", beruhigte Brasiliens Teamarzt Jose Luis Runco seine Landsleute.

Elano ist der klassische Gegenentwurf zum extrovertierten Ronaldinho, einem von vielen ausgebooteten Offensivstars. "Ich habe mich immer als Nebendarsteller betrachtet, als Rollenspieler. Damit bin ich zufrieden", erklärte der Mittelfeldspieler. "Ich muss kein Star sein. Ich hoffe nur, dass wir die beste Mannschaft haben und Weltmeister werden können." Das Duell um den Gruppensieg mit Portugal könnte ein weiterer Schritt in diese Richtung sein.

Auf Kaka müssen die Brasilianer nach seiner Gelb-Roten Karte gegen die Elfenbeinküste verzichten. "Ich muss die positive Seite sehen", sagte der 65-Millionen-Mann von Real Madrid. "Ich werde die Auszeit nutzen, um weiter an meiner Kondition zu arbeiten. Es ist wichtig, in der nächsten Runde topfit zurückzukehren." Kaka war vor der WM von mehreren kleineren Verletzungen zurückgeworfen worden, scheint aber rechtzeitig in Form gekommen zu sein.

Weitere Alternativen zu Kaka, der durch seine zweite Gelbe Karte gegen die Ivorer auch einer möglichen Sperre in der K.o.-Phase entgangen ist, sind der eigentlich am Flügel beheimatete Ronaldinho und der durchsetzungsstarke, aber technisch limitierte Julio Baptista. "Wir werden sehen, wie wir die Situation in den nächsten Tagen lösen", kommentierte Dunga das Fehlen seines Schlüsselspielers. Robinho hat sich bereits angeboten: "Es ist kein Problem für mich, auf dieser Position zu spielen."

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