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Südkorea-Fans wollen mehr als nur ins Achtelfinale © APA (epa)

Nach dem Einzug ins Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika ist die Euphorie bei Südkorea scheinbar grenzenlos. Das 2:2 zum

Nach dem Einzug ins Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika ist die Euphorie bei Südkorea scheinbar grenzenlos. Das 2:2 zum Abschluss der Gruppe B in Durban gegen Nigeria bescherte den Asiaten den zweiten Platz hinter Argentinien und damit ein Achtelfinal-Duell am Samstag gegen Uruguay, bei den Koreanern träumt man aber schon von einer Wiederholung des Husarenstücks von 2002.

"Wir haben unser erstes Ziel erreicht, aber damit geben sich meine Spieler nicht zufrieden. Wir wollen jetzt ins Halbfinale", sagte Teamchef Huh Jung-Moo. Bei der Heim-Endrunde vor acht Jahren waren die Koreaner sensationell ins Semifinale vorgestoßen, diesmal gelang erstmals auf fremdem Boden der Einzug in die K.o-Phase. "Das war unser großes Ziel. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler, sie haben ihr volles Potenzial abgerufen", meinte Huh.

Nach Angaben des Nationaltrainers machte sich gegen Nigeria die intensive Beschäftigung mit dem eigenwilligen WM-Ball "Jabulani" bezahlt - das erste Tor entstand aus einer Freistoß-Flanke und einem Fehler des nigerianischen Salzburg-Legionärs Rabiu Afolabi, der zweite Treffer aus einem direkt verwandelten Freistoß. "Wir haben viel mit dem Ball trainiert, vor allem bei Standard-Situationen", sagte Huh.

Dadurch sei man mit den Flugeigenschaften bestens vertraut. "Wenn man ihn zu hart trifft, steigt er bei 80 bis 90 Prozent der Schüsse zu hoch. Also haben wir geübt, den Ball nur relativ leicht zu schießen", erklärte Huh.

In seiner Heimat spielten sich nach dem geschafften Aufstieg ähnliche Szenen wie 2002 ab. Mehr als eine halbe Million Menschen verfolgten laut Fernsehberichten das Spiel im ganzen Land auf Großleinwänden im Freien und machten die Nacht zum Tag. Schon Stunden vor dem Anpfiff um 3.30 Uhr (Mittwoch/Ortszeit) versammelten sich zahlreiche rot gekleidete Fans auf den Public-Viewing-Plätzen. Allein in Seoul bejubelten 250.000 Fans im Morgengrauen ausgelassen den Achtelfinaleinzug.

Als neues Kapitel in der Geschichte des südkoreanischen Fußballs feierten Staatspräsident Lee Myung Bak, die Fans und die Medien des ostasiatischen Landes den Einzug in die nächste Runde. "Ich freue mich mit den Menschen und gratuliere euch zum ersten Einzug in die Runde der besten 16 bei einer WM in einem anderen Land", hieß es in einem Telegramm Lees an die Mannschaft. Weil sie bis zum letzten Moment ihr Bestes gaben, hätten die Spieler den Menschen in der Heimat "Mut und Hoffnung" gegeben, schrieb der Staatschef.

In gänzlich anderer Stimmung befanden sich naturgemäß die Nigerianer. "Wir haben uns selbst besiegt. Wir haben viel zu viele Chancen vergeben, das ist frustrierend", ärgerte sich Verteidiger Joseph Yobo, dessen Team mit einem Sieg im Achtelfinale gestanden wäre, nun aber schon seit acht Partien auf einen vollen WM-Erfolg warten muss.

Der erst im Februar verpflichtete Teamchef Lars Lagerbäck hätte sich mehr Zeit zur Vorbereitung gewünscht, wollte sich aber nicht aus der Verantwortung stehlen. "Egal ob bei einem Sieg oder bei einer Niederlage, der Trainer ist immer ein wichtiger Bestandteil." Ein Verbleib des Schweden bei den "Super Eagles" ist noch offen. "Darüber haben wir noch nicht gesprochen. Ich habe es wirklich genossen, Trainer von Nigeria zu sein", beteuerte Lagerbäck.

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