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Kein Risiko gegen Kamerun © APA (epa)

Die Niederlande haben ihre Lektion gelernt. Schon in den vergangenen beiden Fußball-Turnieren waren die Oranjes nach den ersten

Die Niederlande haben ihre Lektion gelernt. Schon in den vergangenen beiden Fußball-Turnieren waren die Oranjes nach den ersten beiden Gruppenspielen fix in der nächsten Runde gestanden. Teamchef Marco van Basten hatte zum Abschluss viele seiner Stars geschont - um dann jeweils in der ersten K.o.-Runde auszuscheiden. Das wird seinem Nachfolger Bert van Marwijk nicht passieren.

Der Bondscoach will auch am Donnerstag (20.30 Uhr) in Kapstadt gegen Kamerun seine stärkste Elf aufs Feld schicken. "Ich nehme das Spiel sehr ernst und werde mich nicht auf irgendwelche Experimente einlassen", erklärte Van Marwijk. "Ich habe keine Änderungen vor." Damit sollten auch die mit Gelben Karten belasteten Defensivspieler Gregory van der Wiel und Nigel de Jong sowie Stürmerstar Robin van Persie einlaufen. "Robin braucht Spiele, um seinen Rhythmus zu finden", begründete Van Marwijk. Der Arsenal-Angreifer hat bei dieser WM noch nicht getroffen.

Die Niederländer hatten sich gegen Dänemark (2:0) und Japan (1:0) aber generell überraschend schwergetan, zu Chancen zu kommen. Trotz deutlich mehr Spielanteilen war Geduld gefragt. Gegen die bereits ausgeschiedenen Kameruner würde bereits ein Remis zum sicheren Gruppensieg reichen. Ihren Platz im Achtelfinale haben die Oranjes ohnehin schon sicher. "Jedes Spiel ist ein Schritt zu einem höheren Ziel", betonte Mittelfeldspieler Mark van Bommel.

Das höhere Ziel heißt WM-Titel. 2006 waren die Oranjes im Achtelfinale an Portugal gescheitert (0:1), bei der EM 2008 an Russland (1:3 n.V.) - jeweils nach souveräner Gruppenphase, die sie mit einer B-Elf beendet hatten. Van Marwijk dürfte auf seine bewährte Stammformation setzen, Superstar Arjen Robben höchstens eingewechselt werden. Der Flügelspieler von Bayern München hat seinen Muskelfaserriss überwunden, bereits mehrmals voll mit der Mannschaft trainiert, will aber nichts überstürzen.

"Es geht immer besser", sagte Robben, der die ersten beiden WM-Spiele versäumt hatte. "Wir werden aber mit der medizinischen Abteilung kurzfristig entscheiden." Einige Einsatzminuten dürften dem 26-Jährigen vor dem Achtelfinale allerdings nicht schaden. "Es könnte sein, dass er spielt", sagte Van Marwijk. Robben wird von niederländischen Medien als jener Mann angesehen, der dem Team jene Kreativität geben soll, die ihm bisher gefehlt hatte.

Für Kamerun geht es dagegen im 20. WM-Spiel - ein Rekordwert für afrikanische Teams - nur noch um die Ehre. "Wir können es uns nicht leisten, von einer WM ohne Punkt heimzukommen", betonte Torhüter Hamidou Souleymanou. "Das wäre das schlechteste Turnier in der Geschichte unseres Landes. Das kann nicht passieren." Teamchef Paul Le Guen war nach dem vorzeitigem Out allerdings heftiger Kritik ausgesetzt gewesen - auch von seinen Spielern.

Samuel Eto'o war gegen Dänemark auf eigenen Wunsch ins Sturmzentrum zurückgekehrt, sein Führungstreffer hatte aber nicht gereicht - 1:2. Das vorzeitige Aus scheint auch den Star von Inter Mailand gebrochen zu haben. "Meine ganze Saison war darauf ausgerichtet, für diese WM bereit zu sein. Das war alles, woran ich gedacht habe", erklärte Eto'o. "Ich bin ziemlich am Boden." Dabei hatte er noch vor einem Monat mit Inter neben dem nationalen Double auch die Champions League gewonnen.

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