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Trainingsboykott nicht einstimmig beschlossen? © APA (epa)

Der Trainingsboykott der französischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika hätte nach Medienberichten fast

Der Trainingsboykott der französischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Südafrika hätte nach Medienberichten fast eine Massenschlägerei zwischen den Spielern der "Bleus" verursacht. In einem Kommunique hatten die Profis mitgeteilt, die Boykottsentscheidung sei im Kader einstimmig getroffen worden, um gegen den Ausschluss von Stürmer Nicolas Anelka zu protestieren.

Der Trainings-"Streik" war allerdings nach Berichten der Wochenmagazine "Paris Match" und "Nouvel Observateur" offenbar alles andere als einstimmig. Den Angaben zufolge sprachen sich mehrere jüngere Spieler, darunter Torwart Hugo Lloris, Bakary Sagna und Yoann Gourcuff im Mannschaftsbus gegen den Boykott aus. Sie hätten aussteigen und trainieren wollen, seien aber unter anderem von den Routiniers Franck Ribery, Kapitän Patrice Evra, Rekord-Torjäger Thierry Henry und William Gallas daran gehindert worden. Die Diskussion im Mannschaftsbus sei eskaliert. "Es gab Drohungen", sagte ein Nationalspieler anonym zu "Paris Match". Handgreiflichkeiten hätten Angehörige des Trainerstabs nur mit Mühe verhindern können, hieß es.

Das Fachmagazin "France Football" sprach von der Lüftung "des ersten Geheimnisses". Noch-Vizeweltmeister Frankreich war am Dienstagabend nach einer 1:2-Niederlage gegen Südafrika nach der WM-Vorrunde mit nur einem Punkt aus drei Spielen als Gruppenletzter ausgeschieden. Es war das zweite Fiasko in Folge bei einem internationalen Großturnier. Bei der EM 2008 hatte die "equipe tricolore" ebenfalls nach der Vorrunde die Koffer packen müssen. Schlimmer als die sportlichen Misserfolge schlugen in Frankreich jedoch die vielen Skandalmeldungen aus Südafrika ein.

Die französische Delegation wollte am Mittwoch die Heimreise am späten Nachmittag antreten. Die Landung in Bourget nahe Paris war für Donnerstag gegen 11.30 Uhr programmiert. Henry wollte allerdings allein zurück fliegen und sollte am Donnerstag von Staatspräsident Nicolas Sarkozy empfangen werden.

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