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Entthronter Titelverteidiger nur Gruppenletzter © APA (epa)

Der regierende Weltmeister ist bei der Fußball-WM in Südafrika sang- und klanglos gescheitert. Italiens Nationalelf musste sich

Der regierende Weltmeister ist bei der Fußball-WM in Südafrika sang- und klanglos gescheitert. Italiens Nationalelf musste sich am Donnerstag im entscheidenden Spiel gegen die Slowakei mit 2:3 (0:1) geschlagen geben und trat damit als Letzter der Gruppe F die Heimreise an. Der WM-Debütant Slowakei schaffte als Zweiter hinter Paraguay hingegen sensationell den Sprung ins Achtelfinale.

Robert Vittek war mit einem Doppelpack in der 25. und 73. Minute Matchwinner für die Slowakei. Im Finish schöpfte die erneut enttäuschende Mannschaft von Marcello Lippi nach dem 1:2 von Antonio di Natale (81.) noch Hoffnung, ehe Kamil Kopunek (89.) zuschlug. Der neuerliche Anschlusstreffer von Fabio Quagliarella (92.) kam zu spät. Ein drittes Tor hätte Italien zum Aufstieg gereicht.

Nach zwei Remis gegen Paraguay (1:1) und Neuseeland (1:1) reist die "Squadra Azzurra" damit ohne Sieg aus Südafrika ab. Der am 11. Juli abgelöste Titelverteidiger bot vor allem in der ersten Spielhälfte eine ob der Ausgangslage mehr als enttäuschende Leistung. Während die Slowaken das Aus vor Augen ihre letzte Chance suchten, wirkte Italien zu abwartend, statisch und auch mit drei Stürmern offensiv harmlos.

Der slowakische Kapitän Marek Hamsik gab schon in der 6. Minute den ersten Warnschuss ab. Italiens beim WM-Titel 2006 noch hochgelobte Abwehr um Fabio Cannavaro machte dabei wie auch beim Gegentreffer keine glückliche Figur. Daniele de Rossi fabrizierte einen stümperhaften Fehlpass, Juraj Kucka fand im Strafraum Vittek, der souverän abschloss. Wer sich aber eine weltmeisterliche Reaktion erwartete, der irrte.

Während Lippi hilflos an der Seitenlinie grübelte, durfte sein Gegenüber Vladimir Weiss weiter zufrieden die Leistung seiner Elf beobachten. Zdeno Strba (35.) prüfte Buffon-Ersatzmann Federico Marchetti mit einem Fernschuss, ein Gewaltschuss von Kucka (45.) ging ans Außennetz. Italiens größte Chance in der ersten Spielhälfte war bezeichnenderweise ein Fast-Eigentor des slowakischen Abwehrchefs Martin Skrtel (40.).

Lippi brachte nach der Pause mit Fabio Quagliarella für Gennaro Gattuso eine weitere Offensivkraft und schickte in Minute 56 auch den angeschlagenen Regisseur Andrea Pirlo aufs Feld. Italien zeigte sich daraufhin verbessert. Serie-A-Torschützenkönig Di Natale vergab aber kläglich (56.), einen Schuss von Quagliarella wehrte Skrtel mit dem Oberschenkel auf der Linie ab (66.).

Die "Repre" zog sich aber keinesfalls zurück und blieb über Entlastungsangriffe immer gefährlich. Eine Standardsituation brachte die Slowakei endgültig auf die Siegesstraße: Nach einem Eckball bediente Hamsik per Flachpass Vittek, der aus kurzer Distanz zuschlug. Die Ereignisse überschlugen sich dann im Finish.

Nachdem Quagliarella am slowakischen Schlussmann Jan Mucha gescheitert war, rollte Di Natale den Ball ins leere Tor. Auf der Gegenseite schlug der eben erst eingewechselte Kopunek nach einem Einwurf zu. Der nun alles nach vorne werfende Weltmeister verkürzte durch einen Heber von Quagliarella erneut. Ein drittes Tor hätte Italien bereits zum Aufstieg gereicht, Simone Pepe ließ in der 95. Minute die große Chance auf das Achtelfinale aber ungenutzt. Zuletzt war Frankreich 2002 als Titelverteidiger schon nach der Gruppenphase blamabel gescheitert.

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