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Robben freute sich über Kurzeinsatz © APA (epa)

So wie Favorit Argentinien im Pool A sind auch die Niederlande als Erster der Gruppe E mit dem Maximum von neun Zählern ins

So wie Favorit Argentinien im Pool A sind auch die Niederlande als Erster der Gruppe E mit dem Maximum von neun Zählern ins Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika gestürmt. Das Weiterkommen der "Oranjes" war schon vor dem 2:1 am Donnerstag in Kapstadt gegen die Kameruner festgestanden. Und so freute man sich im Lager der "Elftal" eben über das Kurz-Comeback ihres Stars Arjen Robben.

Der Star von Bayern München kam vor 60.000 Zuschauern im Green-Point-Stadion in der 73. Minute für Rafael van der Vaart beim Stand von 1:1 zu seinem ersten WM-Einsatz. Vor 19 Tagen hatte es wegen eines Muskelfaserriss so ausgesehen, als würde Robben das Turnier nur als Zuschauer miterleben. "Ich bin sehr, sehr glücklich. Heute Abend dabei gewesen zu sein, war etwas ganz Besonderes für mich", meinte der Dribblanski nach dem Schlusspfiff sichtbar erleichtert.

Es sei ein großartiges Erlebnis und ein großes Vergnügen gewesen, Teil der WM zu sein, gestand der 26-Jährige. "Ich denke, jeder weiß, wie hart ich dafür gearbeitet habe. Jede Sekunde der Mühen sind den heutigen Augenblick wert gewesen", sagte Robben, der in der 84. Minute in seiner unnachahmlichen Art den Siegestreffer durch Klaas Jan Huntelaar vorbereitet hatte. Seinen Schuss an die Stange staubte der ebenfalls eingewechselte Stürmer ohne Mühe ab.

"Schade, dass mein Schuss nicht reingegangen ist. Aber ehrlich, ich bin froh, dass ich den Treffer vorbereitet habe und meinen Beitrag zum Erfolg geleistet habe", kommentierte der Comebacker, der sich völlig fit gefühlt hatte. Der verletzte Muskel bereite keine Probleme mehr. "Ich bin für die nächste Partie bereit." In der Runde der letzten 16 wartet auf die Niederländer, die spielerisch bisher nicht restlos überzeugten, vorerst einmal am Montag in Durban der überraschend aufgestiegene WM-Debütant Slowakei.

Robben signalisierte nach bestandenem Härtetest seinem Teamchef Bert van Marwijk, dass er gegen den Weltmeister-Bezwinger in die Startelf möchte. Obwohl er zugeben muss: "Ich fühle mich gut, man muss aber realistisch und ehrlich zu sich selbst sein: Ich kann es besser, bin noch nicht ganz zu 100 Prozent fit", meinte der deutsche Meister. Van Marwijk merkte dazu an: "Ich bin froh, das nichts passiert ist. Ich glaube, er kann in der nächsten Partie länger spielen, aber ich bin nicht sicher, ob vom Start weg."

Die "fliegenden Holländer" haben auf dem Weg nach Südafrika alle acht Partien der Qualifikation gewonnen, dazu kamen nun die drei Siege gegen Kamerun, Dänemark (2:0) und Japan (1:0) in der WM-Gruppe E. Eine solche stolze Serie hat zuletzt 1982 Rekordweltmeister Brasilien hingelegt. Dafür ging ein anderer Lauf in Kapstadt zu Ende. Oranje-Keeper Maarten Stekelenburg fehlten nur 14 Minuten auf die nationale Torsperre-Bestleistung von Jan Jongblied, der bei der WM 1974 seinen Kasten insgesamt 258 Minuten sauber gehalten hat.

Das Kameruner Elfertor zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Samuel Eto'o half den Afrikanern nichts mehr. Sie verabschiedeten sich von dem Turnier ohne einzigen Punkt. Daraus zog Teamchef Paul Le Guen die Konsequenzen. Der Franzose trat mit sofortiger Wirkung zurück. "Mein Vertrag läuft aus. Es war ohnehin vorgesehen, dass ich aufhöre. Also höre ich auf", sagte der 46-Jährige, der zum Niederlande-Spiel meinte: "Wir haben gut wie auch schon in den vorigen Partien gut gespielt. Von einem Erfolg kann man aber nicht sprechen."

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