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Südamerikaner wollen noch eine Runde weiter © APA (epa)

Paraguay und Neuseeland haben die Gruppenphase der Fußball-WM in Südafrika ungeschlagen überstanden. Während die "Albirroja"

Paraguay und Neuseeland haben die Gruppenphase der Fußball-WM in Südafrika ungeschlagen überstanden. Während die "Albirroja" nach einem torlosen Remis in einem äußerst schwachen direkten Duell in Polokwane als Sieger der Gruppe F im Achtelfinale steht und am Dienstag in Pretoria auf Japan trifft, müssen die defensivstarken "Kiwis" die Heimreise antreten.

Die Südamerikaner machten im letzten Gruppenspiel nur das Nötigste, genau das reichte aber auch, um Platz eins in der Tabelle und den vermeintlich leichteren Achtelfinalgegner (Japan statt Niederlande) zu ergattern. "Wir haben unser Ziel erreicht, müssen uns jetzt aber darauf konzentrieren, besser zu spielen, um in die nächste Runde zu kommen", war sich Paraguay-Coach Gerardo Martino bewusst.

Die Nervosität und Angst vor dem Ausscheiden habe den Spielfluss seiner Truppe gehemmt. "Wir haben nicht gut gespielt, haben uns nicht gut bewegt und waren im Passspiel unpräzise. Die Spieler auf dem Feld haben dauernd nachgedacht. 'Wir sind gut genug, um zu gewinnen, aber wenn sie einen Konter erfolgreich abschließen, sind wir draußen.' Das hat sich maßgeblich auf die Leistung ausgewirkt", betrieb Martino Ursachenforschung im Hinblick auf die dürftige Vorstellung.

Der "Abwehrbeton", der in der Defensive ausgezeichnet agierenden Neuseeländer war ein weiterer Grund für die schwache Nullnummer. "Wir waren nicht zufrieden, weil wir nicht gewonnen haben, aber Neuseeland war ein sehr harter Gegner. Es ist sehr schwierig, gegen sie zu spielen", zollte Stürmer Roque Santa Cruz auch der Leistung des Gegners Tribut. "Uns hat der Rhythmus und die Dynamik gefehlt", fügte der Manchester-City-Angreifer hinzu.

Im Achtelfinale reicht Santa Cruz und Co. nun allerdings kein Remis mehr, sie müssen sich deshalb wieder ihrer Offensivqualitäten besinnen. "Die Spieler werden anders an das Match herangehen", glaubte Martino. Seine Schützlinge zogen zum vierten Mal nach 1986, 1998 und 2002 in die K.o.-Runde ein und haben einen historischen Erfolg vor Augen, sind sie doch noch nie über das Achtelfinale hinausgekommen.

Für die Neuseeländer war demgegenüber auch bei der zweiten WM-Teilnahme in der Gruppenphase Endstation. Im Vergleich zum Turnier 1982 in Spanien, wo mit klaren Niederlagen gegen Schottland (2:5), die Sowjetunion (0:3) sowie Brasilien (0:4) nichts zu holen war, blieben die "Kiwis" diesmal gar ohne Niederlage. Vor dem 0:0 gegen Paraguay (5 Punkte) hatte sich die Mannschaft von Coach Ricki Herbert (3) von der Slowakei (4) und dem ausgeschiedenen Weltmeister Italien (2) jeweils mit einem 1:1-Remis getrennt.

"Ungeschlagen nach Hause zu fahren, davon hatte ich vor dem Turnier nicht einmal geträumt. Wir haben für unsere Verhältnisse ein großartiges Turnier gespielt", zog der 49-jährige Trainer, der 1982 als Spieler dabei gewesen war, zufrieden Bilanz. Das Team habe die zahlreichen Fans und Experten, die die Neuseeländer vor dem Turnier unterschätzt hatten, Lügen gestraft. "Sehr viele Leute haben gedacht, dass wir bei der WM nichts verloren haben, wir nur Amateure im Team haben und nicht konkurrenzfähig sind. Ich glaube, dass sich das nun erledigt hat", sagte ein stolzer Herbert.

Ein bisschen trauerten die "All Whites" jedoch auch dem vergebenen Aufstieg nach. "Es war eine unglaubliche Leistung. Jetzt fühle ich mich aber ziemlich ausgebrannt. Wir waren so nahe dran, haben es aber nicht geschafft", sprach Kapitän Ryan Nelson im Namen der Mannschaft. Tatsächlich hätte der große Außenseiter am Ende nur ein Tor zum Aufstieg und sogar Gruppensieg benötigt, davon war er allerdings in den 90 Minuten aufgrund fehlender Offensivbemühungen doch deutlich entfernt.

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