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Honda und Nakazawa harmonieren im Sturm © APA (Archiv/epa)

Für Japan ist der Einzug ins Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika nur eine Zwischenstation. Nach dem 3:1 am Donnerstag in

Für Japan ist der Einzug ins Achtelfinale der Fußball-WM in Südafrika nur eine Zwischenstation. Nach dem 3:1 am Donnerstag in Rustenburg gegen Dänemark wartet in der Runde der letzten 16 Paraguay, doch die Asiaten haben den Blick schon weiter nach vorne gerichtet. "Ich habe schon vorher gesagt, dass der WM-Titel nicht unmöglich ist", erklärte "Man of the Match" Keisuke Honda.

Der 24-jährige Offensivspieler legte mit seinem Freistoß-Tor aus über 30 Metern den Grundstein zum erstmaligen Aufstieg der Japaner in die K.o.Phase auf fremdem Boden und bereitete den dritten Treffer optimal vor. "Das ist ein gewaltiger Sieg für Japan. Unser Trainer hat uns gesagt, dass wir uns aufs Angreifen und nicht aufs Verteidigen konzentrieren sollen, und diese Einstellung hat uns Selbstvertrauen gegeben", meinte Honda.

Sein Teamchef Takeshi Okada hatte schon Monate vor Turnierbeginn überraschenderweise das Semifinale als Ziel ausgegeben und sieht sich nun bestätigt. "Ich habe das getan, um die Mannschaft zu motivieren. Diese Aktion hat jetzt ihren Zweck erfüllt. Jeder Spieler war bisher mit der größtmöglichen Leidenschaft bei der Sache", erklärte der Coach, der den Job im Herbst 2007 angetreten hatte, als sein Vorgänger Ivica Osim einen Schlaganfall erlitt.

Lob für die Kicker gab es von Okada auch wegen deren Ballsicherheit. "Dadurch haben wir die Überlegenheit der Dänen bei hohen Bällen nicht zur Geltung kommen lassen. Als weiteren Pluspunkt wertete der Teamchef die gute konditionelle Verfassung seiner Mannschaft. "Wir können viel laufen, da hilft uns auch der südafrikanische Winter."

Mit dem Erfolg sorgten die Japaner in der fernen Heimat für einen regelrechten Begeisterungssturm. "Die Mannschaft hat unserem ganzen Land Energie und Stolz verliehen", frohlockte Premier Naoto Kan. Ganz Nippon hatte sich am frühen Freitag in ein Jubelmeer verwandelt. Vielerorts fieberten tausende Fans vor Riesen-Leinwänden mit, die Fernseh-Übertragung erreichte Spitzenwerte. Noch lange nach der Partie liefen die drei Tore in Dauerschleife im TV, die Zeitungen druckten Sonderausgaben.

Die Dänen machten sich hingegen frustriert ans Kofferpacken. "Natürlich sind wir enttäuscht. Wir haben leider in keinem unserer drei Spiele wirklich einmal alles zusammengebracht", klagte Teamchef Morten Olsen. Zum ersten Mal scheiterte der Europameister von 1992 schon in der WM-Gruppenphase. "Die Japaner hatten es verdient", gestand Stürmerstar Nicklas Bendtner zerknirscht.

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