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Match entsprach nicht den Erwartungen © APA (epa)

Sogar Superstar Kaka hatte nach 88 Minuten genug. Fast fluchtartig verließ der gesperrte Spielmacher die Tribüne des

Sogar Superstar Kaka hatte nach 88 Minuten genug. Fast fluchtartig verließ der gesperrte Spielmacher die Tribüne des Moses-Mabhida-Stadions in Durban, in dem die "Selecao" in ihrem abschließenden Gruppe-G-Match nicht über ein enttäuschendes 0:0 gegen die Portugiesen hinauskam. Es war erstmals seit dem 7. Juni 1978 (0:0 gegen Spanien), dass Brasilien in einem WM-Gruppenspiel ohne Tor blieb.

Eine andere stolze Serie setzte das Team von Carlos Dunga dagegen fort, wurde zum achten Mal en suite Gruppensieger. Zuletzt hatte der Rekordweltmeister 1978 in Argentinien "nur" Platz zwei im Pool belegt, damals hatte das bessere Torverhältnis Österreich sensationell den Sieg in der Gruppe 3 vor den Südamerikanern, Spanien und Schweden gebracht.

Auch wenn Brasiliens Abwehrchef Lucio der Meinung war, "alle haben alles gegeben", so waren die Fans im Stadion und vor den TV-Geräten von der mageren Fußball-Schonkost der als Ball-Künstler gepriesenen Weltklassekicker der beiden Teams böse überrascht worden. Am Ende wurden sogar die Vuvuzelas vom gellenden Pfeifkonzert der erbosten 62.712 Zuschauer in der Arena in Durban übertönt. In keiner Phase war das Match zwischen den echten und den "Brasilianern Europas" den hohen Erwartungen gerecht geworden.

Nur Portugals Teamchef Carlos Queiroz redete die Partie schön, nachdem sein Team zum 22. Mal in den bisher letzten 26 Länderspielen ohne Gegentor geblieben war. "Es war ein großes Spektakel. Wir haben ein gutes Spiel gezeigt und nach der Pause die Ärmel hochgekrempelt", behauptete der Coach der Südeuropäer, dessen anfängliche Defensivtaktik mit zum Misslingen der Partie beigetragen hatte.

Dunga bewies da schon mehr Realitätssinn und sprach von einem "komplizierten Spiel". "Wir haben eine technisch starke Mannschaft, das konnten wir aber heute nicht zeigen", meinte der Weltmeister von 1994 fast schon entschuldigend, nachdem die Selecao erstmals seit der 1:2-Niederlage am 23. Juni 1998 in Marseille gegen Norwegen ein WM-Gruppenspiel nicht gewonnen hatte. Allerdings machte der brasilianische Teamchef auch das Spiel des Gegners für die schwache Vorstellung verantwortlich. "Alle Mannschaften passen besonders auf, wenn sie gegen Brasilien spielen, so gesehen war die Taktik von Portugal nicht ungewöhnlich."

Und auch am Montagabend im Achtelfinale gegen Chile rechnet Dunga wieder mit einem extrem defensiv eingestellten Konkurrenten. Trotzdem bereitete ihm das torlose Remis gegen die Portugiesen keine schlaflose Nacht. "Es wird jetzt immer schwieriger, aber wir wissen, dass wir uns steigern können", betonte Dunga, der als Dritter nach seinem legendären Landsmann Mario Zagallo (1958 und 1962 als Spieler, 1970 als Trainer) und Deutschlands "Kaiser" Franz Beckenbauer (1974 bzw. 1990) Weltmeister als Profi und Coach werden will.

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